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Haben Sie alte Fotos, Dokumente oder kennen Sie interessante Begebenheiten aus der Vergangenheit, dann melden Sie sich bei uns. Leihen Sie uns diese Gegenstände für eine kurze Zeit aus. Wir digitalisieren alle Informationen und geben Ihnen die Original-Dokumente innerhalb von zwei, drei Wochen wieder zurück.  E-Mail: info@dorfgeschichte-mettmenstetten.ch

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Insidern ist bekannt, dass in einem Mettmenstetter Untergeschoss zwei- und vier-rädrige Raritäten zu bestaunen gibt. Siehe dazu den Bericht im Affolter Anzeiger vom 11. August 2017 (Bild anklicken) oder die Infos weiter unten (hier klicken)

 

 

Willkommen

Dorfgeschichte Mettmenstetten
Wir möchten mit Bildern, Fotos und Überlieferungen die Geschichte von Mettmenstetten unserer Nachwelt erhalten. Es ist nicht unser Ziel ein klassisches Museum aufzubauen, da sowohl in Affoltern/Zwillikon wie auch in Maschwanden sehr attraktive Museen besichtigt werden können. In den letzten fünf Jahren wurden Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt und auch schon recht viel Material digitalisiert. 

 

Es fehlt Sepp Ott

Wir werden unsere Homepage sukzessive mit weiteren Dokumenten und Fotos ergänzen.  Wir freuen uns auch immer über die verschiedenen Anfragen, sei dies aus der näheren Umgebung, aus USA, aus Australien oder auch vom Ballenberg-Museum. Wussten Sie zB, dass im Ballenberg ein Bienenhaus zu besichtigen ist, das bis 1992 im  „Bumgart“ an der „alten Dachlisserstrasse“ stand?

Wie können Sie vom Dorfgeschichte Archiv Mettmenstetten profitieren?
Wir können Ihnen bei Bedarf digitale Kopien von alten Fotos resp. von alten Dokumenten zur Verfügung stellen. Wir können Ihnen ggf. auch bei der Übersetzung von alten Dokumenten behilflich sein.

Helfen Sie mit unser Archiv weiter auszubauen
Alte Gegenstände interessieren uns natürlich weiterhin. Wir werden sie fotografieren, dokumentieren und auf Wunsch auch an benachbarte Dorfmuseen weitervermitteln. Speziell interessiert sind wir aber an Gegenständen, die einen direkten Bezug zu unserem Dorf haben. Wir helfen Ihnen gerne diese zu erhalten, zu pflegen, eventuell zu restaurieren und einen geeigneten Platz zu finden.

Wir sind auch sehr interessiert an spannenden oder lustigen Anekdoten aus der Vergangenheit. Weiter führen wir auch eine Datenbank mit aktuell 330 Klassen- oder Konf-Fotos. Helfen Sie mit den Inhalt dieser Datenbank zu erweitern und zu verbessern. 

Bitte melden Sie sich via Mail:  info@dorfgeschichte-mettmenstetten.ch

Wie alt ist Mettmenstetten?

Aus Geschichte und Geschichten von Hans Huber-Hegglin (1991)

Zwischen der ersten Erwähnung einer Kirche in Metmonsteten und der ältesten, noch vorhandenen urkundlichen Bezeichnung eines Ortes namens Metemunstat, liegen 118 Jahre. Das Staatsarchiv Zürich vermerkt dazu: 

Mettmenstetten wird erstmals im Jahre 998 erwähnt, als Papst Gregor V. dem Kloster Pfeffers (Pfäfers SG) den Besitz einer Kirche mit Pfarrei in Metmonsteten bestätigte. Diese Urkunde ist allerdings nicht im Original erhalten, sondern in einer Abschrift (Transumpt) aus dem 17. Jahrhundert. 

Die erste verbürgte Erwähnung einer Ansiedlung ist in einem ändern päpstlichen Dokument zu finden. Am 29. Januar 1116 beurkundete Papst Paschalis II. dem Kloster Pfeffers (Pfäfers) den Besitz einer Hofstatt von Metemunstat. Das Original (es erwähnt auch andere Besitzungen im Amt, zum Beispiel in Hedingen) befindet sich im Stiftsarchiv des ehemaligen Klosters St. Gallen. 

Diese Dokumente lassen den Schluss zu, dass das Kloster Pfäfers ausgangs des 10. Jahrhunderts Kirchenrechte und Grundbesitz in einer Ansiedlung mit der Bezeichnung Metemunstat besass. Es muss daher schon im Jahre 998 ein bedeutender „Kirchensprengel“ mit Hofstätten im Gebiet unserer heutigen Gemeinde Mettmenstetten bestanden haben. Sicher ist, dass die fünf Fraktionen: Ober- und Nidermetemunstat, Rossowe, Dachslatten und Hefferswyle sowie die Höfe Grossholz, Grüt, Wissenbach und Eigi im Jahre 1116 schon zu diesem Kirchgang gehörten, wie auch, nach alten Urkunden, die Dörfer Öusten (Aeugst) und Maswandon (Maschwanden). 

Die fünf heutigen Ortsteile von Mettmenstetten aber erlebten, was die weltlichen Obrigkeits- und Besitzverhältnisse betraf, ganz unterschiedliche Entwicklungen. Sie hatten vom Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts klerikal enge, politisch gesehen aber nur lose Verbindungen, so etwa bei der Feuerbekämpfung und den gegenseitigen Hilfeleistungen in Notzeiten. Alle Einwohner unterstanden dem Regime und den Gesetzen der Kirche. Die Aufwendungen für die Pfarrei als Inhaberin der Obrigkeitsrechte hatten alle Ortsteile gemeinsam zu tragen und somit auch entsprechende «Zehnten» abzuliefern. Ober- und Untermettmenstetten berappten je einen Drittel, die Aussendörfer zusammen den Rest.  

Welches Jahr die Mettmenstetter dereinst für das Feiern ‚des tausendjährigen Bestehens wählen, 1998 oder 2116, hängt davon ab, welchem Ereignis man mehr Bedeutung beimisst, der ersten Erwähnung einer Kirche’im Jahre 998 oder der Beurkundung von 1116, die dem Eigentümer der Kirche auch Grundbesitz in einem Ort namens Metemunstat bestätigte.

Die Herkunft des Ortsnamens …

Namen wie Rossau, Wissenbach oder Grossholz sind von ihrer Herkunft her leicht zu erklären. Bei Mettmenstetten müssen wir uns auf Vermutungen beschränken. Die Endung «Stetten» ist klar. Da handelt es sich vom Ursprung her um eine Stätte, aber um welche? Hier scheiden sich die Geister. Die erste urkundlich noch vorhandene Namensbezeichnung ist 1116 als Metemunstat bestätigt. Mittelalterliche Amtsschreiber, wie auch Chronisten, scheinen jeweils eigene Versionen verwendet zu haben. Namen wie Mettmonsteten (1240), Metamonstetten oder Methemonstettin (1255) lassen vermuten, dass es sich bei der Ortsbezeichnung um die Hofstätte eines alemannischen Siedlers namens Metamon oder Metemun gehandelt haben könnte. Möglich, aber nicht verbürgt.
Eher zutreffend erscheint die Erklärung, die Ansiedlung mit der 998 erwähnten Kirche sei als Stätte der Mitte zwischen zwei anderen Orten bezeichnet worden. Welcher Orte allerdings, ist wiederum unklar. Es könnte sich um lokale Siedlungen gehandelt haben, wie zum Beispiel den mittleren von drei alemannischen Höfen, die Mittelstätte zwischen den Weilern Rossau und Dachlissen oder zwischen zwei Dörfern, etwa Kappel und Maschwanden. Zeitgenossen fanden auch die etwas kühne und grosspurig erscheinende Erklärung, Mettmenstetten habe schon seit eh und je als Mittelstätte und Pferdewechselstation zwischen den Städten Zürich und Luzern bestanden.
Wissenschaftlich lässt sich keine dieser Versionen bestätigen. Bleiben wir bei der bescheideneren Deutung: Mettmenstetten war ursprünglich die bedeutendste Siedlung innerhalb eines grossen, alemannischen Einflussgebietes, eben die Mittelstätte, und wohl auch Gerichtsort.

… und des Gemeindewappens

Das Wappen von Mettmenstetten stellt, schwarz auf weissem Grund, zwei zusammengewachsene Einhornrümpfe dar. Die Herkunft dieses Wappenbildes mit den Fabeltierköpfen ist von der Geschichte her verbürgt. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1285, als Mettmenstetten noch zum grösseren Teil im Herrschaftsbereich der Freiherren von Eschenbach lag, deren Emblem – ein Ankerkreuz auf gelbem Grund – vom späteren Freiamt und dem heutigen Bezirk Affoltern übernommen wurde. Nach dem Niedergang der Eschenbacher erhielten 1309 die Edlen von Hünenberg deren Besitzrechte in ganz Mettmenstetten. Und eben diese Hünenberger führten in ihrem Wappenschild die Einhornköpfe. Als dann auch dieses Rittergeschlecht aus der Geschichte verschwand, blieb deren Hoheitszeichen als unser Mettmenstetter Wappen zurück.

Geschichtliche Ereignisse

Quelle: www.maettmi.ch  bzw. Begrüssungsschrift ref. Kirchgemeinde

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Zeitpunkt/JahrEreignis
ca. 2000 v. Chr. Bis 900 v. Chr.Die Spuren der ersten Siedlungen in Mettmenstetten gehen auf die Bronzezeit zurück.
ca. 580 v. Chr. bis 400 v. Chr-Aus dieser Periode sind in Dachlissen, Ober-Mettmenstetten und auf der Allmend Flachgräber entdeckt worden.
ca. 100 nach Chr. Bis 200 nach Chr.Im Brand, Langacher und Hauägerten fand man römische Baureste aus dieser Zeit.
350Erst um diese Zeit haben Allemannen nach Rodung des Waldes grössere Siedlungen erstellt.
998In Mettmenstetten soll schon eine Kirche bestanden haben. Diese sei den Aposteln Paulus und Petrus geweiht gewesen und vom Papst Gregor V (996 - 999) als Eigentum des Klosters Pfäfers bestätigt worden sein. Das Patronat über die Kirche Mettmenstetten ging später auf das Kloster Murbach. Auch in Dachlissen hatte das Kloster Murbach Grundbesitz.
ca. 1000Die Herren von Eschenbach-Schnabelburg und das Kloster Schänis hatten in Mettmenstetten Grundbesitz. Dieser wurde durch die Meier in Knonau verwaltet. Daneben gab es auch freie Bauern, vor allem in Unter-Mettmenstetten und in Dachlissen, die ihr eigenes Freigericht in Rifferswil hatten. In Rossau soll auch das Haus Habsburg Grundbesitz gehabt haben.
1116"Metemunstat" ist erstmals urkundlich als Dorf erwähnt.
1221Rossau wird erstmals urkundlich erwähnt.
1240Es wird ein Leutpriester in "Mättmanst" erwähnt
1243Mettmenstetten kam zeitweilig an das Kloster Luxeuil, dann an den Bischof von Konstanz
1309Nach dem Rachefeldzug bzw. der Vertreibung der Herren von Eschenbach-Schnabelburg (wegen Beteiligung Walters IV an der Ermordung König Albrechts) kam die Vogtei Knonau mit Ober-Mettmenstetten an die Ritter von Hünenberg.
1360Der Patronatsherr Bischof Heinrich III von Konstanz verpfändete die Nutzungen der Kirche von Mettmenstetten an Rudolf von Hünenberg, Bürger von Mettmenstetten.
1398Die Vogtei Knonau mit Ober-Mettmenstetten war bei den Rittern von Seon. Sie ging dann vorübergehend an die Ritter von Landenberg und bald darauf an die Herren von Heidegg über.
1399Diese übertrugen die Vogteirechte an die Meier von Knonau.
1415Die Vogtei Unter-Mettmenstetten mit der hohen Gerichtsbarkeit kam an Zürich und wurde mit der Vogtei des Städtchens Maschwanden vereinigt.
1459Die Kirche Mettmenstetten wird dem Domstift von Konstanz inkorporiert.
1468Die Mettmenstetter beteiligten sich der hohen Steuern wegen, die ihnen die Zürcher auferlegten, auch an den Wädenswiler Unruhen. Am 25. Oktober 1468 wurden die Rädelsführer mit bewehrter Hand am Rennwegtor zur Walstatt geführt, wo eine "Brügi" aufgerichtet war und dort enthauptet. Andere taten vor Rat und Bürgern mit Tränen und Heulen knienden Fussfall und wurden ehr- und wehrlos erkannt. Wieder andere wurden unter Auferlegung hoher Geldbussen heimgelassen. Unter den Letzteren befanden sich folgende Mettmenstetter:Rudolf und Heinrich Funk / Joggeli Vollenweider, Müller in der Hübscheren /Joggeli Frei, genannt "Rössli-Wirt" /Jochrin Weiss von Herferswil /Die Brüder Heini und Ludi Buchmann von Dachlissen
1473Der Dekan der Kirche Mettmenstetten erliess einen sogenannten Bettelbrief, welcher gestattete, innert gewissen räumlichen und zeitlichen Grenzen Geld für einen Kirchen-Neubau zu sammeln.
1489Das Regiment der "gnädigen Herren" von Zürich war willkürlich und drückend. Vor dem Waldmannschen Aufstand wehrten sich die Mettmenstetter entschieden und mit Erfolg gegen die Hundeschlächterei.
1492Die erste Glocke wurde gegossen.
1493Die kleinste Glocke wurde gegossen und als Wetterglocke geweiht. Dekan und Leutpriester Johannes Keller stiftete eine ewige Messe zu Ehren der Heiligen Anna, Christphorus, Wendelin und aller Heiligen auf dem Altar zur rechten Seite des Chores, wofür er selbst 29 Gulden und Margreth Pürlin ihr Haus auf der vorderen Hofstatt gaben.
1504Auf der Anhöhe westlich des Dorfes Rossau "Rossovum" soll eine Kapelle gestanden haben, die in der Reformationszeit einging. Das Glöcklein dieser Kapelle soll jetzt auf dem Hauptgebäude des Stadt-Zürcherischen Wohn- und Werkheims zur Weid in Rossau sein.
1512Die Stadt Zürich erwarb von den Meiern von Knonau die Vogteirechte.
1512 - 1798In dieser Zeit bildete das ganze Gemeindegebiet von Mettmenstetten einen Bestandteil der Landvogtei Knonau.
1521Die geschnitzte Holzdecke des Kirchenschiffes mit prächtiger Mittelfüllung und guten Bildern wurde erschaffen. Wertvolle Glasgemälde mit Standeswappen, die zu jener Zeit gestiftet wurden, sind leider 1799 von den Franzosen gestohlen worden.
1525Einführung der Reformation (nach dem Bildersturm).
1529Die Kirche von Mettmenstetten geht samt Zehnten und Kirchensatz vom Bistum Konstanz an die Familien Kleiner, Gallmann und Winkelmann von Mettmenstetten über. Noch im gleichen Jahre verkauften diese drei Familien den Kirchensatz an den Rat von Zürich, der seit 1527 auch die Kollatur besass.
1552Der Neubau des Kirchturmes. Die Glockenstube wurde höher gehoben und das Satteldach (Käsbisse), dessen First Nord-Süd-Richtung hatte, aufgesetzt.
1651Südlich der Kirche wurde für 226 Gulden das erste Schulhaus in Mettmenstetten erbaut.
1762Das Pfarrhaus wurde neu erbaut.
1795Es wurde die letzte Landsgemeinde im Rüteli abgehalten. Das "Rüteli" war ein gemeindeeigener Platz für die Abhaltung von Volksversammlungen.
1798Nach der helvetischen Staatsumwälzung konnten die unterdrückten Untertanen endlich frei aufatmen und selber die Geschicke ihres neu gebildeten Gemeidewesens leiten. Mettmenstetten wurde Distrikthauptort.
1799Als Mettmenstetten Hauptort war, erlitt es durch die Einquartierung der französischen Truppen schwere Schädigungen, deren Betrag soll auf Fr. 1'200'000.- geschätzt worden sein.
1803 - 1804In der Mediationszeit kam Mettmenstetten zum Bezirk Horgen. Als in dieser Periode die Aristokraten der Stadt Zürich die Landschaft wieder unter ihre Herrschaft zu bringen suchten, beteiligten sich auch Bürger von Mettmenstetten am sogenannten Bockenkrieg. Sie wurden dafür von der Obrigkeit mit 2500 Gulden gebüsst und die vier Mettmenstetter Bürger Häberling, Schneebeli, Kleinert und Willi wurden zum Tode verurteilt. Das Denkmal in Affoltern a.A., wo die Namen der vier verewigt sind, zeugt davon. Die vier zum Tode verurteilten wurden vom Volke als Märtyrer der Freiheit verehrt.
1814Mettmenstetten kommt wieder zum Oberamt Knonau.
1820Nach Mitteilung von Dekan Reutlinger sind im südlichen Teil des Friedhofes die Grundmauern eines Beinhauses zum Vorschein gekommen.

Die letzten 200 Jahre

Quelle: www.maettmi.ch  bzw. Begrüssungsschrift ref. Kirchgemeinde

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Zeitpunkt/JahrEreignisLink
1823Bau des Amtsschulhauses, der ersten Sekundarschule der Zürcher Landschaft.
1837Mettmenstetten kommt zum Bezirk Affoltern.
1844Das heute noch bestehende Primarschulhaus wurde erstellt.
1846Das alte Schulhaus bei der Kirche wurde vom damaligen Gemeindeschreiber und Zunftrichter Heinrich Funk auf Abbruch für 251 Gulden erstanden. Mit diesem Material wurde dann das heute noch stehende schöne Haus des alt Bezirksgerichtspräsidenten Karl Funk erstellt.
1864Eröffnung der SBB-Linie durchs Säuliamt (Alte Gotthardlinie).
1869Die Kirchenfassade ist in neugotischem Stil erneuert worden. Bei dieser Renovation ist an der nördlichen Chorwand das durch Chorstühle verdeckte Grabmal von Dekan Johannes Keller zutage gefördert worden. (Original im Landesmuseum).
1876In der Kirche wurde eine Empore und darauf eine Orgel erstellt.
1890Am 23. November brach nach der Einweihung der neuen Hydrantenanlage   eine Feuersbrunst im Unterdorf aus.
1894Gründung Verschönerungsverein
1897Ein neues Geläute wurde bei Rütschi in Aarau gegossen.
1897 - 1898Das erste Fabrikgebäude der Firma "Zürrer-Seiden" beim Bahnhof Mettmenstetten wird gebaut.
1898Abermalige Änderung des Turms. Dieser wurde bis unter die Glockenstube abgetragen, neu aufgemauert, mit grossen Spitzbogen-Schallöffnungen versehen und mit einem hochaufragenden Spitzhelm gekrönt. Im September wurden die neuen Glocken aufgezogen und eingeweiht. An der Südfassade war eine Sonnenuhr angebracht.
1912Innenrenovation der Kirche.
1914Das Primarschulhaus ,das bisher auf der Ostseite im 1. und 2. Stock je eine Lehrerwohnung bessas, wurde umgebaut bzw. aus diesen Schulzimmer hergerichtet.
1915Der neben der Albisstrasse verlaufende Dorfbach wurde eingedeckt und elektrische Strassenbeleuchtung an der Albisstrasse
1919Maul- und Klauenseuche
191925-Jahr Jubiläum Verschönerungsverein mit Waldfest
1920Einweihung Gedenktafel bei der prot. Kirche für die Opfer der spanischen Grippe während dem ersten Weltkrieg
1923 - 1924In Mettmenstetten wurde der erste Turnschopf erstellt. Am Bruderrain, ob dem Gut Freudenberg, soll ein sogenanntes "Bruderhaus" gestanden haben. Es soll da ein Waldbruder in dieser "Bruderei" gelebt haben, daher der Name "Bruderrain".
1927Der Dorfbrunnen wird vom Oberdorf auf den Rössliplatz verschoben.
1928Das neue Sekundarschulhaus wurde erstellt. Eine für damalige Begriffe gut eingerichtete Schulküche, sowie Bade- und Handfertigkeitsräume wurden erstellt.
1928 -1929Das bisherige Amtsschulhaus wurde in ein Lehrerwohnhaus umgebaut.
1928Die neue Turnhalle mit "zweckmässigem Korklinoleumbelag" wurde erstellt. Gleichzeitig wurde auch der Ruf nach einer Schwimmbadanlage laut. Aber dafür hatten die damaligen Behörden der politischen und der Zivil-Gemeinde kein Gehör. Aber initiative Männer des Verschönerungsvereins liessen nicht nach, bis ihnen die politische Gemeinde das alte Kiesgrubengelände westlich des Choslihölzlis zum Bau der "Badi" unentgeltlich abgetreten hatte.
1930Die "Badi" wurde in Fronarbeit des Verschönerungsvereins, der Turnerschaft und der Schüler fertiggestellt.
1932Erster elektrischer Eisenbahnzug hält in Mettmenstetten.
1932Aussenrenovation von Kirche und Turm.
1933Kantonaler Trachtentag in Mettmenstetten
1939Eingang, Umfassungsmauern und Umgebung der Kirche wurden wegen der Durchgangsstrasse geändert.
1947Inbetriebnahme der Kläranlage Knonau.
1956Am 10. Februrar wurde die Durchführung der Güterzusammenlegung beschlossen.
1956Juli: Abstimmung über Einführung des Baugesetzesklick
1960Erster Gemeindeumgang. Weitere Umgänge fanden alle vier Jahre bis 1988 statt.
1961 - 1962Innenrenovation der Kirche
1963Die Liegenschaft von Bäcker Jacques an der Bahnhofstrasse und die Häuser zwischen Rössli und Kirche wurden abgebrochen.
1964Das Kindergartengebäude wurde erstellt.
1967Bau der katholischen Kirche St. Burkhard im Rütteli. Dies hätte die erste Autobahnkirche der Schweiz geben sollen. Gebaut wurde nur die erste Etappe. Der jetzige Kirchenraum ist eigentlich der Kirchgemeindesaal. Das Kirchengbäude wäre nebenan anlässlich des Autobahnbaus errichtet worden...
1972Das neue Gemeindehaus wurde eingeweiht.
1974Das Oberstufenschulhaus wurde erweitert und durch eine Turnhalle und ein Hallenbad ergänzt.
1975Neue Strassenführung alte Dachlisserstrasse.
1983Das Primarschulhaus Gramatt wurde eingeweiht.
1984Aussenrenovation der reformierten Kirche.
1990Mettmenstetten wurde an die S-Bahn Zürich angeschlossen.
1991Der Dunschtigclub betreibt in der alten Turnhalle während einer Woche ein temporäres Dorfmuseum.
1994Der Pfarrhauskeller wurde zu einem Gemeinschaftsraum umgebaut.
1996Das Oberstufenschulhaus wurde durch einen Erweiterungsbau ergänzt.
1997Mettmenstetten erhält eine eigene Internet Homepage...
1999Bahnhofladen "AVEC" offen jeden Tag von 6 - 20 Uhr
2010Der Dorfbrunnen wird vor das Gemeindehaus verschoben.
2011Inbetriebnahme Rössli-Kreisel
Under Construction

Wann entstanden die Quartiere?

Under Construction. 

JahrOrtQuartierLink
1954Einige Neubauten an der Maschwanderstrasse (rechts)Rüteli
1955Einige Neubauten an der alten DachlisserstrasseLebern
1970Mehrere NeubautenOttenloo
1970Neue Strassenführung alte Dachlisserstrasse.Leberen
1970Lebern-Quartier entstehtLeberenklick
1976Gjuch-Ueberbauung wird gestartetGjuch
1976Niederfeld-Ueberbauung wird gestartetNiederfeld
1993Grundrebenstrasse wird zur Zürichstrasse verlängert

Suchdienst

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Hans Huber
Püntenstrasse 7
8932 Mettmenstetten
Telefon: 044 767 07 13
 
Peter Büchi
Wilgibelweg 25
8910 Affoltern
Telefon: 044 760 30 50
 
E-Mail: info@dorfgeschichte-mettmenstetten.ch
 
Homepage: http://dorfgeschichte-mettmenstetten.ch/

Oldtimer-Museum

Wussten Sie, dass es in Mettmenstetten bereits ein Museum gibt? Wir wussten es zwar, waren aber trotzdem überwältigt von der Vielfalt an alten Traktoren, Autos, Fahrrädern und anderen Fortbewegungsmittel.

Die Geschichte beginnt 1986 nachdem Wilfried Schneebeli seine Lastwagenflotte verkaufte und sein „Hobby“ zum Beruf machte. 1989 eröffnete er „sein Museum“ im Untergeschoss an der Erspachstrasse 3 in Mettmenstetten für alle interessierten Besucher.

Heute führt Hanny Richiero-Aebi, im Gedenken an Ihre verstorbenen Schwager und Schwester das Museum in Personal-Union. Besuche können unter der Nummer: 044 432 33 07 vereinbart werden.

Oldtimermuseum 038Oldtimermuseum 031Oldtimermuseum 024Oldtimermuseum 004

 


Museumsarchiv

Schulklassen, Vereine, Gemeinderäte, Sportler

 

Spitznamen, Anekdoten

Leute über Leute

   
         

Gewerbe-Betriebe

Sitzung 16.Mai Waagstübli 006

……  in  Mettmenstetten, in den letzten zweihundert Jahren

Autor: Hans Huber-Glasbergen, 2010-2015: Alle diese Angaben sind aus vorhandenen  Dokumenten,  Gesprächen sowie meinem Gedächtnis geschrieben, also weder komplett, noch 100 % akkurat.

 

Bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts war in  Mettmenstetten  die Landwirtschaft die vorherrschende  Existenz-Grundlage  der Dorfbevölkerung. Es gab stattliche Bauernhöfe aber auch viele Klein- und Kleinstbauern mit nur wenig Land, wenig Vieh und Kühe, die auch als Zugtiere eingespannt wurden. Oft musste daher  auch ein Nebenerwerb gesucht werden mit Heimarbeit oder als Tagelöhner. Oder die Tüchtigen und Initiativen erlernten einen Beruf, z.B. im örtlichen Gewerbe. Dieses war ursprünglich eng mit der Landwirtschaft verbunden. Die landwirtschaftlichen Produkte wurden verarbeitet; Gebrauchsgegenstände und Geräte für Haus und Hof wurden beschafft, hergestellt und repariert. Es wurde gewoben, genäht und geflickt. Die Bauhandwerker waren mit ihrem Können für Reparaturen und die dannzumal nicht allzu zahlreichen Neubauten gefragt.

In guten Ertragsjahren, wenn es den Bauern gut ging,  profitierte auch das Gewerbe und auch umgekehrt. Die Mechanisierung und Industrialisierung, neue Energieträger und schnellere Verkehrs-Erschliessungen brachten dann die Entwicklungen in neue Berufe und Arbeitsplätze. Aber auch Bisherige wurden überflüssig und verschwanden.

Im geschichtlich, geographisch-statistischen Handlexikon von Heinrich Weber (1873) sind u.a. folgende Berufe und Gewerbe, in der Gemeinde aufgeführt:
2 Schweinehändler, 1 Nagler, Kupferschmied für Brennapparate,  Eierhändler, Feilenhauer, Rechenmacher, Kappenmacher, Glaser, in Wissenbach 1 Mühle, 1 Reibe  1 Schleife.

Ärzte, Tierärzte

Ärzte

Mitte 19tes Jahrhundert praktizierte Dr. Glättli an der Ottenloostrasse 2 in Mettmenstetten. Im „Bericht des Gesundheitrathes an die hohe Regierung in Zürich von 1840″  wird er in folgendem Zusammenhang erwähnt: Der praktizierende Arzt Dr. Glättli erzählt die Krankengeschichte eines Mannes der zwei Rippen gebrochen hatte und infolge dieses Umstandes ein Ödem bekam das sich bis in die Achselhöhle erstreckte. Nach der Reposition der Bruchenden, Anwendung von antiphlogistischer und beruhigender Mittel nebst dem inneren und äusseren Gebrauch von Arnika genass der Kranke in der Zeit von fünf Wochen.

Karl Konrad Hegetschweiler (1838-16.6.1901) von Rifferswil war in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts in Mettmenstetten tätig. Er wird im Zusammenhang mit der Bryologie (klick) in der Schweiz erwähnt.

Sein Nachfolger wurde Dr. E. Walther der vom 1881-1937 an der Bahnhofstrasse 33 wohnte und praktizierte.

Frau Dr. Walter am Steuer ihres Cabriolets

Frau Dr. Walter am Steuer ihres Cabriolets

Mit seinem Ford war er der erste Automobilist im Dorf.

 

 

 

Dr. med Herman Graf und dann Dr. Hasler praktizierten beide am Rossmattenweg 1. Dann folgte Dr. Bänninger an der  Friedhofstrasse, wo heute Dr.  Bruno Köhler arbeitet.

Tierärzte

Jakob Buchmann war  auch Landwirt und Wirt, er wohnte im Eigi  9,  im damaligen Restaurant. Böse Zungen sagten Schweine-Hund- und  Vieh-Arzt (Söihund und Vehtokter). Er war passionierter Jäger aber schlechter Schütze.

Tuchhändler Jakob Schneebeli erinnerte sich und dichtete folgenden Verse:

Da chunt en alte Fuchs derthär
er chunt dem Jäger grad id Queer 
und seit em : Nüt für Unguet  glii  
und seicht em grad id Stiefel ii
I de Höchi flügt ane Aent
de Jäger gleitig sich det häre wänd
i d’Höchi z’schüsse tuet er sich befliesse
und laat sich zerscht vo dere Aent grad na uf d’Nase schiesse

 

Fam. Dr. Brändli vor ihrem Haus an der Bahnhofstrasse

Fam. Dr. Brändli vor ihrem Haus an der Bahnhofstrasse

Dr. Fritz  Brändle (†1961) wohnte an der Bahnhofstrasse 16. Wie sein Nachbar Dr. Walther erstand er 1922 auch ein Automobil. Die Praxis von Dr. Brändle wurde ca. 1950 von Dr. Jakob Kühne (†1988) übernommen.

 

 

 

 

Von 1972 bis 2013 praktizierten Dr. Ueli und Dagmar Wetli an der Leigrüppenstrasse 37. Diese Praxis wurde 2014 von ihrem Sohn Urs übernommen.

 

 

Autos, Velos

Autos

118 Garage Graf Jakob altes Amtsschuhlhaus-2Jakob Graf–Baur war unser erster Automechaniker im Dorf. Er erlernte bei Joseph Bucher den Beruf eines Mechanikers, war aber da schon oft mit Reparaturen von Benzin-Motoren beschäftigt. Er vertiefte seine praktischen Kenntnisse in einer Garage in Zürich. 1932 kam er zurück nach Mettmenstetten wo er eine Werkstatt mit einem Lift für PW’s im Schopf an der Albisstrasse (zwischen Albis-Strasse und untere Prügle) betrieb.  1936 konnte er aus einem Konkurs die Stahlkonstruktion für seinen Garagen-Neubau an der Zürichstrasse 28 erwerben.

Kobi Graf (+ 1987) war auch während vielen Jahren Postauto-Konzessionär und betrieb zudem einen Taxidienst. Schon 1922 konstruierte „de Kobi“ einen Hilfsmotor für sein Velo. Der Benzintank in der Grösse einer Bettflasche war auf dem Gepäckträger montiert. Sein Ersatzteil-Lager oben unter dem Shed-Dach der Garage war ein wahrer Fundus, er aber nur er wusste wo was lagerte und kannte jedes Ersatzteil.

Diese Garage ging in den Siebziger Jahren an seinen Neffen Karl Graf über, dann später an dessen Söhne Robi und Beat.

016 Garage Lido GalliLido Galli-Spahr zog im Jahre 1963 von Zwillikon nach Mettmenstetten, wo er an der Knonauerstrasse eine Opel-Vertretung eröffnete. In dieser Liegenschaft betreibt Lido jun. heute ein Carosserie-Spritzwerk.

 

 

Markus Schönbächler hat 1995 seine Garage in der ehemaligen Werkstatt von Leo Jufer an der Niederfeldstrasse 10 eingerichtet. Er konnte diesen Werkstatt-Teil 2001 käuflich erwerben. Als ehemaliger Affoltermer startete er seine Eigenständigkeit ursprünglich im Uttenberg. Markus Schönbächler hat keine offizielle Automarken-Vertretung, kann aber dank seinem Multi-Tester sämtliche Auto-Marken und –Modelle testen und auch reparieren. Ebenso verkauft er alle Marken-Neuwagen sowie auch Occasionen.

Velos, Fahrräder

Die erste Velo–Reparatur-Werkstätte betrieb Gottfried Müller  an der Zürichstrasse 8. „De Müllergöpf“ wie er genannt wurde, war der Sohn vom Schuhmacher Gottfried Müller, also somit auch der Enkel der Familie Müller-Weiss die im Neugut Anfangs zwanzigstes Jahrhundert einen Spezereiladen betrieben.

Die Werkstatt übernahm dann Hans Hürlimann. Dieser starb bei einem Verkehrsunfall und dann folgte sein Bruder Werner Hürlimann (genannt „ de Speiche“) zuerst im Gebäude der heutigen Sparkasse Wädenswil und dann an der Albisstrasse 14, wo dann später Martin Fuchs das 2-Rad Geschäft weiterführte.

 

 

Banken, Post, Bahn, Gemeinde

Banken 

In der Eisenhandlung  betreuten  die Hubers von 1927 bis 1983, während drei Generationen, die Dorf-Agentur der  ZKB. Ursprünglich ging es vor allem um Einlagen und Rückzüge auf Sparhefte. Dann eröffnete die Seidenweberei Weisbrod ihren Mitarbeitern Lohnkonti bei der ZKB und diese tätigten ihre Barbezüge in der Eisenhandlung. Monatlich mussten daher ansehnlich Barbeträge in  Affoltern abgehohlt werden. Offen wurden x-10-tausend  Franken am Schalter offen nachgezählt und in eine Tasche  gestopft. Diesen Geldtransport besorgte meistens Frau Huber.

Die ZKB eröffnete dann  eine Filiale im neu erstellten Gebäude neben dem Postbüro  an der Bahnhofstrasse. Diesem Einstieg war kein  Erfolg beschieden, die Uebung wurde abgeblasen und seither ist die ZKB in Mettmenstetten nicht mehr vertreten.

Am 1. Mai 1978 begann Rolf Sauter als Leiter  der Mettmenstetter-Agentur der Sparcassa  Wädenswil an der Albisstrasse, wo vorher die Velo-Reparatur-Werkstatt Hürlimann  und der Mercerie-Laden Stettler eingerichtet waren. 1987 übernahm Köbi Weiss  für zehn Jahre die Leitung dieser Agentur.

Als zweite Bank ist seit September 2007 die Raiffeisen-Bank in  unserem Dorf installiert. Ursprünglich an der Fischbachstr. 2,  seit 2012 an der Bahnhofstrasse.

Post, Telefon, Telegraph

Die erste Poststelle  in unserer Gemeinde war in Dachlissen beheimatet. Es handelte sich um eine Postablage der Postverbindung Bremgarten–Zug. Es existieren noch Briefe/Karten mit dem Poststempel „Dachlissen“.

Jahre Posthalter in Mettmenstetten  
1843 Der erste Posthalter war der Wirt Kaspar Syz
1858-1875 Heinrich Hofstetter
1875-1915 Anna Schneebeli–Hofstetter (Schwester von Heinrich  Hofstetter)
1915-1920 Jakob Frei
1920-2010 Drei Generationen der Familie Wenger.

 

Jahr Ereignisse  
1871 wurde ein Telegraphenbüro  eingerichtet
1895 In der  Umschalte-Station an der Bahnhofstrasse 31 musste Frau Sidler die Verbindungen noch von Hand stecken (ca. fünf Telephonanschlüsse). Also eine 24-Stunden Schicht für den Posthalter.
1931 Bezug des Post-Neubaus an der Bahnhofstrasse  31.
1931 Automation der Telefon-Anschlüsse (bis dahin wurden die Verbindungen noch von Hand gestöpselt, ).
1983 Umzug in den Neubau am heutigen Standort

 

Fritz Wenger jun. (geb. 1921) erinnert sich:

  • Ihr  Vorfahre Karl Wenger (1856-1940) amtete  als Postillion. Er fuhr im Berner-Oberland 4-spännig Postkutschen .
  • Er musste jeweils seinen  Vater begleiten, wenn nach heftigen Sturmböen die Telefon-Drähte  verwickelt waren. Diese mussten dann mit Hilfe von einer langen Holzstange wieder entwirrt werden.
  • Ein Auftrag von Fritz Wenger war auch das Notieren des Wasserstandes im Haselbach. Unterhalb der Eisenbahnbrücke waren die dazu notwendigen Markierungen an Steinquadern angebracht. Später übernahm Willi Biber diese Aufgabe. Der dortige alte Bahnübergang war dannzumal noch mit einem Drehkreuz gesichert. Auf einem Pfahl war das Kreuz montiert, Personen konnten damit einzeln  passieren,  das grasende Rindvieh jedoch nicht.

Bahn

Bahnhofvorstand war früher ein sehr angesehener Beruf. Diese Herrschaften wurden mit Herr und Frau Vorstand angeredet. Vorstand Isler hielt dieses Amt lange inne und vorher war Vorstand  Wirz diese Aufgabe anvertraut.

In Kriegszeiten war Pferdemist ein begehrter  Artikel. Frau Vorstand  Isler wachte streng darüber, dass niemand ausser ihr auf dem Bahnhofareal „Rossbölle“ einsammelte.

Die nächsten Amtsinhaber waren Georg Plüss und René Röthlisberger.

Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts hatte der Bahnhof Mettmenstetten noch drei Geleise und im Stellwerk wurden die Weichen von Hand  gestellt, damit die Güterwagen täglich vor den Güterschuppen rangiert werden konnten. Es wurden sogenannte Stückgüter sowie auch lebendes  Vieh ein- und ausgeladen. Ebenso waren die Wagons für den täglichen  Milch-Transport nach Zürich auf dem Bahnhof stationiert.

Mit der grün/weiss gefärbten „Kelle“ wurde dem Lokomotiv-Führer jeweils die Abfahrt freigegeben, dazu wurde auch immer die Bähnler-Schirmmütze aufgesetzt.

 

 

Gemeinde

Der Käse-Händler Rudolf Vontobel amtete von 1877 – 1897 als Gemeindeschreiber und bis 1924 auch als Bezirksrichter. Fritz Stettler, aufgewachsen im Buchstock, übte dieses Amt  von 1898 – 1938  in seiner Privatwohnung im Stettlerhaus aus  (daher der Name).  Vorher war er zudem Verwalter der landwirtschaftlichen Genossenschaft.

Nachfolger von Fritz Stettler wurden Alfred Gerber, dann Erich Rüfenacht-Wettstein und Edi Gamma.

In früheren Zeiten  war ein Gemeindeweibel unterwegs der Briefe und Unterlagen in alle Haushaltungen brachte (z.B.  die Stimmcouverts mit den Stimmausweisen). Falls diese nicht benützt oder nicht auf die Kanzlei zurück gebracht wurden,  mussten sie gegen ein Entgeld vom Weibel wieder eingezogen werden.  Die letzten Dorfweibel  waren Eugen Keller, alt Bahnhofvorstand Isler, und dann noch Eduard Müller

Die Gemeinderatskanzlei wurde unter Gemeindeschreiber Alfred Gerber-Wenger an der Schulhausstrasse 4 eingerichtet und nach dem Neubau des Gemeindehauses  1972  an den Rössliplatz verlegt.

Architekt für das Gemeindehaus und auch den Neubau der landw. Genossenschaft  VOLG war der in Mettmenstetten geborene Albert  Müller  (genannt. Mönié).

Bau, Architekten, Gipser, Maler, Plattenleger

Baugeschäfte

Das Baugeschäft von Achile  Bernasconi an der Maschwanderstrasse 12 wurde von seinem Sohn Giacomo (geb. 1883) übernommen.

Bahnhof Haus von Fritz LauferAchile Bernasconi hatte seine eigene Architektur:  Äusseres Mauerwerk mit gelbem Sichtbackstein und roten Querstreifen. Heute noch  so  erhalten ist  das Haus von Fritz Laufer (Fritz Laufers Mutter war eine geborene Bernasconi) an der unteren Bahnhofstrasse  8,  erstellt im Jahre 1895. Das Haus mit gleicher Bauart, an der Bahnhofstrass 33,  ursprünglich bewohnt durch Dr. med Walther  wurde im Jahre 2010  abgerissen.

Das  Baugeschäft Bernasconi wurde 1950 von Alfredo Ferrari übernommen und seit 1978 von dessen Söhnen weitergeführt. Das Baumaterial, Sand und Zement, wurde dannzumal auf einem massiven 2-Räder-Handkarren von bis zu vier Mann zu Fuss zur Baustelle geschoben, immer zwei Mann vorne an der Deichsel.

Anacletto Crescionini, Vorarbeiter bei Bernasconi, gründete sein eigenes Baugeschäft 1939 an der Rossauerstrasse, dieses wurde dann von seinem Sohn Marino übernommen und  bis 1999 weitergeführt.

Der Kunden-Maurer Ruth wohnte an der Albisstrasse  26.

Maurermeister Emil Walder an der Albisstrasse  48 (untere Prügle).

Maurermeister Friedrich Tschallener war an der Albisstrasse 45 zu Hause.

Heinrich Frei  konnte nur einfache Arbeiten wie z.B. Kachelöfen ausstreichen, besorgen. Zum Beleuchten seiner Arbeitsstellen benutzte er jewils eine Kerze. Weil er eine Hand verloren hatte, zog er seinen Leiterwagen mit den Utensilien, mit einem Strick über die Achsel, durchs Dorf.

Baumeister, Maler & Steinhauer

Im ehemaligen Kurhaus Paradies wohnte Robert Markstaller, er war Baumeister, Maler und Steinhauer, ging dann aber in den Ausfall (Konkurs).

Architekten, Ingenieure

Peter Ott zügelte 1972 sein Ingenieur–Büro für Hoch- und Tiefbau von Steinhausen ins neue Gemeindehaus.

Peter Eichenberger startete mit seinem Ingenieur-Büro im Jahre 1982 an der Wisenbacherstrasse, zügelte und arbeitet heute  aber am Homberweg 6.

Architekt Fritz Weinmann war nach dem Krieg mitverantwortlich für einige Bauten in unserem Dorf. Als Sohn von Malermeister Jakob Weinmann hatte er aber meines Wissens sein Büro nie in Mettmenstetten.

Architekt Hansruedi Zulauf  baute im Jahre 1968/69  sein Haus und Büro am Hombergweg und prägte mit seinem Baustil unser Dorfbild nachhaltig. Seit 2011 hängt in unserer reformierten Kirche eine  vergoldete Kopie des „ Engelbildes“, das früher das Wohnhaus Zulauf schmückte.

Architekt Franz Klaus erwarb 1980 von der Gemeinde den alten Spycher an der Rossauerstrasse 14. Durch Umbauen, Renovieren und Investitionen entstand das schmucke Restaurant Spycher. Gleichzeitig verlegte er auch sein Büro von Zürich nach Mettmenstetten. Seit 1983 ist auch sein  Sohn Franz Klaus mit dabei, und seit 1996 besteht die Klaus Architekten, Innenarchitekten AG.

Markus Hächler begann seine Laufbahn 1981 in Hittnau und zügelte 1984 an die Rossauerstrasse 10.

Ueli Burlet eröffnete sein Büro 1979 in Birmensdorf, dislozierte aber 1985 nach Mettmenstetten mit dem Neubau Rossmatte 1   (Post und Kafi Mättmi).

Plattenleger

Willi Bragagnolo spezialisierte sich als Plattenlegersein erstes Domizil war an der Friedhofstrasse, dann zügelte er in seinen Neubau im Gjuch.

Gipser

Als Gipser  wirkte Werner Binggeli-Müller in Dachlissen

Maler & Tapezierer

Jakob Weinmann sen. war mit seiner Werkstatt an der Bahnhofstrasse  25/27 domiziliert. Das Geschäft wurde später von Jakob Weinmann jun. weitergeführt . Dieser war während mehreren  Amtsperioden Gemeinderat und auch Gemeindepräsident. In jungen Jahren ein Töff-Fan, fuhr er schon 1930 eine Harley Davidson. Das Geschäft wurde in den siebziger Jahren vom Hansruedi Hutmacher übernommen und weitergeführt.

Arnold Gallmann war als Maler tätig.  Zuerst im alten Gemeindezentrum, später zügelte Noldi in seinen Neubau an der alten Dachlisserstrasse. Die Fassade schmückte er mit dem „träfen“ Spruch:
„Der Gemeinde zur Zier steht dieses Haus nun hier, auch ohne Subventionen, kann man hier glücklich wohnen.“

Er bereiste und belieferte Malergeschäfte mit Farbrollern und Maler-Utensilien. Noldi betrieb dank  guten Beziehungen zu den Zeughäusern auch einen schwunghaften Handel mit ausgedientem Militär-Material. Uniformen, Werkzeug, Granaten-Behälter als Schirmständer, Pferdegeschirr sowie ganze Feldküchen gehörten zu seinem Fundus.

Sein Nachfolger wurde Sohn Ruedi Gallmann.

Geselle bei Jakob Weinmann war Robert Künzli aus Rossau. Er gründete dort sein eigenes Geschäft, das in der Zwischenzeit von Sohn Max weitergeführt wird.

Auch schon seit 1987 betreibt Bernd Meier sein eigenes Maler-Geschäft, seine Spezialität ist  das Sandstrahlen.

Coiffeur

002 Arnold Balduzzi beim HarschneidenEugen Schwaller war in der Liegeschaft Hottinger, Tür an Tür zum Restaurant  Hottinger eingemietet. Sein Nachfolger war Arnoldo Balduzzi. Dieser wünschte sich schon dannzumal, dass sich die Kundschaft vorher anmeldete, um jedermann seinen berühmten  indi-, indi-,  individuellen Haarschnitt zu verpassen.

 

Coiffeur Höber († 1999) betrieb mit seiner Frau einen  Damen– und Herren-Salon an der Albisstr. 18. Dieser Salon wurde später von Otto und Josy Berchtold weitergeführt.

Rasierer Frick wohnte wahrscheinlich in der Liegenschaft  von heute Elektro-Roth. Für’s Rasieren verlangte er  20 Rappen. Er rasierte auch noch Sonntags, bis die Kirchenglocken zum Gottesdienst einläuteten. Nebenbei besass er auch noch ein oder zwei Kühe.

Otto Birrer begann seinen Herrensalon 1976  an der Zürichstrasse 11. Er zügelte 1983 an die Bahnhofstrasse und schloss seinem Geschäft auch einen Damensalon an.

Coiffeuse Yvette Frick arbeitete in verschiedenen Lokalitäten, zuerst eingemietet bei Otto Winzenried an der Bahnhofstrasse 5. Ihr Mann war Berufsmusiker und während vielen Jahren in Mettmenstetten Organist. Sein Vorgänger als Organist war Lehrer Hans Hess. Damals war die Orgel noch auf der inzwischen abgebrochenen Empore installiert. Hin und wieder passierte es, dass  Hans Hess einnuckte, nach vorne kippte und mit einem ungeplanten kraftvollen Orgelton nicht nur die Predigt unterbrach, sondern auch sämtliche,  auch übernächtige Kirchenbesucher aufschreckte.

 

Elektriker, Radio, TV, Uhren

Elektriker

Dieses Metier begann Karl Leibundgut in der Südecke der ehemaligen Liegenschaft Hottinger und zügelte später an die Albis-Strasse 24. Im Jahr 1933 übernahm Paul Greber dieses Geschäft bis ins Jahr 1990. Paul Greber war ein überzeugter Gewerbler und bildete auch immer Lehrlinge aus.

Auf einer Baustelle verpasste Monteur Peter einem vorwitzigen Stift aus triftigem Grund eine Ohrfeige, und dieser beklagte sich alsdann beim Lehrmeister und erhielt den Rat: „ Hock sofort ufs Velo, und chum i’d Werkstatt, denn hau ich dir au na grad e paari a d’Schnurre“.

Nachfolger von Paul Greber wurden zuerst Siegfried Roth, dann Kurt Schaltegger & Heinz Schneebeli.

Das erste Domizil des EKZ als Installationsbetrieb war an der Bahnhofstrasse 14 unter Karl   Freund. Ca. 1910 wurde unser Dorf Mettmenstetten durch das EKZ an das Stromnetz angeschlossen und dann 1916 auch die Strassenbeleuchtung im Dorf elektrifiziert.

Die Gebäude der Eisenhandlung wurden bis zu dieser Zeit noch mit Gas-Lampen beleuchtet. Das Gas wurde aus befeuchtetem Karbid gewonnen, dann in einem Druck-Kessel gespeichert. Ein an einer Kette hängendes Aufzugsgewicht presste das brennbare Gas durch Rohrleitungen zu den Gas-Lampen und wurde dann dort angezündet. Das Gewicht musste jeden Abend wieder hochgezogen werden.

Schon vorher, seit 1874, wurden die Strassenlampen mit Petrol beleuchtet. Diese mussten jeden Abend geputzt, aufgefüllt und angezündet werden. Heiri war wie jeden Abend mit seiner Leiter unterwegs und füllte die Lampen.

Der Gemeindepräsident ging eben vorbei und rief:

He Heiri die Lampe isch ja voll, es überlauft ja.Gsesch dänn du das nöd?
Momol Herr Presidänt, natürli gsen ich das, aber i öiem nöie Regliment staat mindischtens en halbe Liter müess me ii fülle.

Radio & TV

Seit 1980 bietet Ernst Suter seine Dienste als Fachmann an. Nach bescheidenem Einstieg und mehreren Umzügen an der Bahnhofstrasse ist sein Domizil jetzt an der Bahnhofstrasse 29.

Uhren

Guido Gremaud war unser  Uhrmacher in Mettmenstetten, domiziliert an der Albisstrasse 38. Ernst Schneebeli, gelernter Schlosser und Installateur bei Adolf Baur, wurde nach seiner Pensionierung ein sehr begabter und gefragter Uhren-Spezialist. Schon früher betrieb Uhrmacher Grob „de Uhrezäpf“ dieses Metier hinter dem Restaurant Hottinger. Er war der letzte Mettmenstetter, der noch einen Rebberg hatte.   

Feuerschauer, Kaminfeger, Waagmeister, Rechenmacher

Waagmeister

Die Aufgabe des Waagmeisters im Dorf war dem Wirt Hermann Hottinger anvertraut. Auf dem Dorfplatz  des heutigen Gemeindehausareal war die gemeindeeigene Brückenwaage eingebaut, wo landwirtschaftlich- und gewerblich beladene Wagen gewogen werden konnten. Zudem war auch eine separate Viehwaage vorhanden. Zuletzt übernahm Schmiedmeister Otto Frei diese Aufgabe.

Feuerschauer

Ein bekannter Feuerschauer war Heinrich Vollenweider  („de  Jogge bene heiri“). Sein Sohn wurde „s’Joggebeneheiri’s Werner“ genannt. Sie wohnten an der Albisstrasse bei der Kirche und waren daneben als Kleinbauern mit Kühen und Ochsen als Zugtiere unterwegs. Joggebeneheiri († 1960) war auch  für viele Jahre Oberturner.

Später waren Josef Reichlin und Anacletto Crescionini  für viele Jahre die Feuerschauer.

Neben Joggebeneheiri’s wohnte dannzumal de Hanoverschaag an der Albisstrasse. Ein Kleinbauer, der nie Reisen unternahm, aber immer von Hannover  schwärmte.

Kaminfeger, Dachdecker

Kaminfeger der Glücksbringer war Josef Reichlin in Rossau, ebenso betätigte er sich als Dachdecker und zwar so intensiv, dass eine Dachleiter jahrelang auf einem Hausdach in Rossau auf den weiteren Einsatz wartete. Sepp Reichlin konstruierte aber auch einen besonders gut funktionierenden Kaminhut mit dem Namen „ALREIROS“.

Im Restaurant Hottinger forderten  sich Sepp Reichlin und der Landwirt Emil Ott gegenseitig heraus und es wurde „gehäkelt“ (mit den Mittelfingern über den Tisch ziehen).  Dabei brach sich aber Emil Ott den Mittelfinger und trug während  einem ganzen Heuet den Arm in einer Schlinge.
Einmal mit dem Auto unterwegs geriet Sepp in eine Polizeikontrolle. Spontan beschloss Sepp das Haltezeichen aus irgend einem triftigen Grunde nicht zu befolgen, wurde aber von der Polizei bald eingeholt und zur Rede gestellt.  Doch doch das Handzeichen habe er schon gesehen, aber geglaubt man salutiere und grüsse ihn und  seine Elfriede mit dem Handzeichen.

Rechenmacher

Ein anderes Gewerbe, das ich nur noch vom Hörensagen her kenne und von einem  meiner Vorfahren betrieben wurde ist der Beruf des Rechenmachers. Handrechen und 3-Zk Gabeln zum einbringen von Gras, Heu und Emd, wurden kunstvoll ganz aus Holz ohne Nägel oder Schrauben hergestellt.

Firmen und Fabriken

Mechanische Werkstätten

Josef Bucher († 1961) übernahm im Jahre 1919 die mechanische Werkstätte an der unteren Bahnhofstrasse 1 von der Familie Nievergelt. Josef Bucher aus Baar stammend hatte sich seine Werkstatt ursprünglich in Rossau eingerichtet. Nachfolger im Betrieb wurde sein Sohn Werner Bucher. Ihre Spezialität waren die Produktion und Unterhalt von landwirtschaftlichen Maschinen, wie Holzfräsen, Jauche-Rührwerke Marke  „Reuss“ , Mistzerkleinerungsanlagen, Maschinen, zur  Herstellung von  Tresterstöckli (Zigerli)  usw., dann auch Reparaturen an Rapid-Motormähern. Später wurden auch Lohn- Dreh- und Fräs-Arbeiten  ausgeführt.

Der Mechaniker Heinrich Wolf  hatte seine Werkstatt in Rossau, in den Gebäulichkeiten in denen sich seit 1933 die Schreinerei Künzli befindet, eingerichtet

Seidenstoffweberei Weisbrod-Zürrer AG

Seidenstoffe weben während 189 Jahren über sechs Generationen war die Berufung der Familien Zürrer und Weisbrod. In Mettmenstetten wurde die  Seidenstoffweberei–Fabrik  1898 von der Familie Zürrer gebaut. Damals wurden die Webstühle noch mit einer Dampfmaschine angetrieben. Ueber 100 Jahre war die Firma Weisbrod-Zürrer der bedeutendste Arbeitgeber im Dorf. Die immer schwieriger werdende Situation auf dem Weltmarkt erzwang die Verlegung der Weberei Mettmenstetten nach Hausen und im Jahre 2011 musste leider auch in Hausen die Fabrikation eingestellt werden.

Intigena, Loring AG

Firma Intigena, vormals Loring AG benützt jetzt diese Fabrikhallen im Erspach für die Produktion von Windeln und Hygiene-Artikeln.

HAWA AG

1965 übernahmen die Gebrüder Karl und Otto Haab die Firma von Fritz Walz Uetikon a.See. Entwickelt und verkauft wurden Schiebe-Komponenten für  Fenster und Türen. Anfänglich bescheiden in der kleinen Werkstatt im Hägi-Haus an der Bahnhofstrasse 14, dann eine Vergrösserung an sechs weitere Standorte in der Gemeinde auch  in die elterliche Scheune. Verbesserungen, neue Produkte und Exporte in die ganze Welt erforderten mehr Platz und Raum und im Jahre 1979/80  erfolgte der Neubau im Erspach. Inovativ und erfolgreich wurde erweitert. Inzwischen hat die zweite Generation der Familien Haab die Führung der HAWA AG übernommen.

Fritz Hess AG

Fritz  Hess  startete 1968 eine mechanische Werkstatt in der elterlichen Liegenschaft an der Ottenoostrasse. 1972 entwickelte er die erste Lötmaschine. Damit wurden zeitaufwendige Lötarbeiten, bisherige Handarbeit, automatisiert. 1973 folgte bereits ein Lötautomat, und dann die Lötroboter. Diese Automaten wurden immer grösser und in alle Welt exportiert. 1986 zügelte er in den Neubau im Erspach. Um den umfangreichen Maschinenpark besser auszulasten übernahm Hess auch Fremdarbeiten. 1991  wurden Dreh- und Fräsautomaten angeschaft, und l997 eine Wasserstrahl-Schneidmaschine für Trennschnitte bis  zu 80 mm. 1995 erfolgte die Umwandlung der Firma in eine AG. Sohn Remo  ist Nachfolger und hat den modernen Maschinenpark übernommen.

Veterinäria, Vetimag

Der landwirtschaftliche Betrieb im Neugut (Eigi), der Familie Rickenbach, kaufte Ende der Dreisssiger-Jahre die Firma Veterinäria. Die Veterinäria  stellte Pferde-Impfstoffe her. Sie hatten auch einige Maultiere eingestallt. Der erste Verwalter war Fritz Scheurer nach ihm folgte Albrecht Hirschi. Vor ca. acht Jahren verkaufte die Vetimag (frühere Veterinäria) den Hof an Werner Reichmuth.

AMENA

Peter Meng gründete  mit H. Hanselmann  die Firma AMENA  mit im Jahre 1974.  Er verkaufte Wohn-Accessoirs und begann dann mit der Fabrikation von Ledertaschen. 1990 erweiterte er sein Sortiment mit Plüschtieren und baute nach und nach den grössten Plüschtiere-Zoo der ganzen Schweiz auf. Diese einmalige Ausstellung mit Verkauf betrieb er  bis 2006.

Drehson

Samy Nachmansohn startete seine Selbständigkeit als gelernter Industrie-Spengler in der Scheune der Fam. Heiniger in Rossau zusammen mit seinem Kollegen Dreher  im Jahre 1981 zur Produktion  von Ventilationsrohren, Kanälen und Armaturen. Und die Arbeit trug Früchte, 1986  zügelte die junge Firma in den noch nicht ausgelasteten Neubau von Fritz Hess, im Erspach. Dem Partner Dreher wurde Samys Tatendrang zu viel und er verliess die  Dresohn AG. Die Firma mit inzwischen dreissig  Mitarbeitern,  platzte aus allem Nähten und fand den benötigten zusätzlichen Raum beim Nachbarn Wilfried Schneebeli im Erspach sowie im Güterschuppen der SBB.  Dann kam aber die Wirtschafts-Krise. Die Bautätigkeit ging 1995 drastisch zurück. Gezwungernermasen musste die Dresohn AG nach Bremgarten verlegt werden, wo sich Samy wieder langsam empor arbeitete, so dass er  2002 in Mettmenstetten im Grindel mit zwölf Mitarbeitern in einem Neubau durchstartete.

Dank neuen Ideen und mit modernsten, neu entwickelten Maschinen arbeitet die Dresohn AG inzwischen mit über einhundert Beschäftigten in Mettmenstetten, Luzern, Basel und Bern. Immer  noch werden Ventilations-Rohre hergestellt, hauptsächlich Einzelstücke aus verzinktem Stahlblech, auf Bestellung für bestimmte Objekte. Deis hauptsächlich für inländische Kunden. Das Rohmaterial, auch Chromstahlblech, wird verarbeitet ab Rollen (Coil), die 185 cm breit sind und bis zu 12’000 kg wiegen.

Samys Sohn Micha erarbeitet sich zur Zeit im Betrieb das nötige Knowhow,  um die Führung des Unternehmens dereinst übernehmen zu können.

Absperrgitter, Selbsttränkebecken

Absperrgitter und Selbsttränkebecken für die  Viehställe der Bauern fabrizierte Adolf Moser im Eigi. Sein Sohn Dölf entwickelte und patentierte sein eigenes Moser-Tränkebecken und verkaufte diesen Artikel beinahe in der ganzen Schweiz, z.T. auch inkl. Montage. 1961 wurde die neue Werkstatt gebaut, 1968 übernahm der Mitarbeiter Franz Eichhorn das Geschäft und zügelte aber bald nach Ottenbach. Die alten Gebäude im Eigi  wurden  im Zusamamenhang mit dem Bau der N4 abgebrochen.

Im Werkstatt-Neubau arbeitete zuerst die Firma Alcor-Chemie, dann übernahm  Gartenbauer Karl Bolzli diese Liegenschaft.

Die Ehefrau von Adolf Moser senior amtete im Dorf auch als Hebamme. Dölf  jun. betrieb auch einige Jahre eine bekannte Bernhardiner Hunde-Zucht, und verkaufte diese Tiere z.T. bis nach Amerika. Jahrelang pflegte er auch eine Baumschule für  Christbäume.

Fuhrhalterei, Taxi, Car-Unternehmen

Eine Fuhrhalterei  betrieb seit ca. 1900 Landwirt Henri Cochard (geb. 1878 in Montreux). Henri Cochard wohnte an der Bahnhofstrasse 11,  die Scheune mit Stall stand vis à vis. Seine Söhne begannen in dieser Scheune die bekannte Möbel-Schreinerei.

Landwirt Fritz Steiner bediente mit einem schweren Bennenwagen und zwei  Belgier-Pferden die Umgebung mit Kies und Sand aus dem Kieswerk Maschwanden. Ebenso war er für die Schneeräumung zuständig. 4- und 6-spännig wurden die Hauptstrassen im Dorf mit einem  in der Breite verstellbaren Holzpflug befahren. Steiner war auch Viehhändler und beim  Umbau des Viehstalles wurde  das Viehläger 10 cm höher gesetzt als üblich und so wirkte das dort stehende Vieh optisch grösser. Gewiefte Käufer verlangten deshalb, das Vieh sei auf dem Hofplatz vorzuführen.

Später übernahm Eduard Huber-Grob neben dem Kohlenhandel mit seinem Lastwagen die Transporte, und auch die Camionage der SBB vom Güterschuppen zu den Empfängern. Er hiess auch de „ Vögeli-Edi“. Als Hobby-Ornithologe kannte er alle Vögel und konnte diese auch vortrefflich nachahmen.

Aber auch schon Johann Huber, der Eisenhändler, leistete Fahrdienste, wie die Rechnung von 1864 an den Krankenunterstützungsverein beweist:  „Für ein Fuhrwerk nach Zürich Fr. 7.—„ Ebenso im Handelsregister vom 7. Nov. 1922  wurden  unter  Huber Eisenwaren  im Eintrag u.a. auch  Automietfahrten erwähnt.

Der erste  Mobil-Kran mit ca. 8 Tonnen Hubkraft  war seit 1966   bei der Eisenhandlung Huber im  Betrieb, damit wurden auch Lohnaufträge in der  Umgebung ausgeführt. Werner Häflinger startete seinen Kranbetrieb mit effizienteren   Maschinen 1969 in Kappel, zügelte in den Uttenberg und im Jahre 2003 in den Grindel, bis Werner junior  (de Lupf), 2011 mit Welti-Furrer fusionierte.

Ein Taxi und Car-Unternehmen begann Oskar Vollenweider im Jahre 1968. 1982  baute „de Tag- und Nacht-Oski“ im Erspach sein Wohn- und Geschäftshaus. Vorher war er Taxi-Chauffeur bei Welti  Furrer in Zürich als „Vollenweider- Zwei“ tätig. „Vollenweider –Eins“ war bei Welti-Furrer  Heiri  Vollenweider,  „de Brösmeli“. Dieser bediente vorher die Privat-Kundschaft der Volgbäckerei  per Auto mit den Bäckerei-Produkten,  hergestellt vom Bäcker Tschallener.

Gärtnereien, Blumen

Die Gärtnerei von Theodor und Berta Rüegger lag an der Friedhofstrasse (Briefkopf: Handelsgärtnerei und Samenhandlung). Berta Rüegger, schon emanzipiert, war dannzumal schon selbständig und stellte ihre eigene Rechnungen aus für  Ausführungen von Grabunterhalt.

Nachfolger wurde Erwin Hürlimann, der dann auch das  Wohnhaus im Chalet-Stiel an der Brüehlstrasse 8 erbaute,  vorher wohnte die Fam. Hürlimann an der Ottenloostrasse 2.

Max Schönenberger war auch zeitweise bei Erwin Hürlimann im Dienst bis er ganz in der Nähe die eigene Gärtnerei an der Bolletstrasse, im ehemaligen Wohnhaus (erbaut 1900) von Arzt Dr. Glättli begann.

Die Gärtnerei und Baumschule von Max Suter im Grossholz führt sein Sohn Peter weiter.

Seit ca. 1986 haben wir auch ein Blumen-Atelier an der Zürichstrasse 13, eröffnet von Ursula Altdorfer und 1991 übernommen von Christine Nick.

Seit 2004  ist auch das Blumen Atelier „Unverblümt“  von Isabelle Randegger an der  Bahnhofstrasse 12  in Betrieb.

Gaststätten und Wirtschaften

ln Mettmenstetten gab es um 1530 schon zwei Taver­nen. Im Unterdorf war es das heute noch bestehende Gasthaus zum weissen Rössli und in Ober-Mettmen­stetten die Ehehafti Taffernen zur Schützenwirtschaft bei der Linde. Daneben wurden von Bauern verschie­dene Winkelwirtschaften als Nebenerwerb betrieben. Später kamen zwei bis drei Weinschenken im Ober­dorf und im Unterdorf dazu.

Lesen Sie dazu auch die Dokumentation von Hans Huber-Hegglin in Geschichte und Geschichten von 1991 (klick). 

Hottinger

Hottinger-Wirtschaft  vis a vis Rössli

Die Wirtschaft Hottinger (ehemals J. Funk), eine „Weinschenke“ seit 1861 befand sich dort wo heute der Parkplatz vor dem Gemeindehaus ist. Familie Hottinger betrieb diese Wirtschaft bis 1956. Am 28. Juni 1960 wurde die Liegenschaft im Rahmen einer Luftschutzübung abgerissen. 
Oberdorf Bär

Restaurant Oberdorf

C. Bär  Weinhandlung,  Restaurant und Küferei (Oberdorf) an der Albisstrasse 47 (Ecke Leigrüppenstr. Haus abgerissen).  Nachfolger war  Fritz Bär sen. bis 1944  und Fritz Bär-Suter (gest. 1976). In den Sechziger-Jahren bis zum Abriss wirteten dann Lina und Kurt Bosshard.

Restaurant Alpenblick

Die Wirtschaft Alpenblick von August Hofstetter lag an der Rossauerstrasse 18 und wurde weitergeführt von Anna Epprecht „di schwarz Anna“, dann noch von Karl Ott, Jürg Meng und bis 1983 von Marcel Leuthold.

Frohsinn Meilis (2)

Frohsinn

Zum Frohsinn hiess die Wirtschaft  von Ernst Meili an der unteren Bahnhofstrasse 4. Dazu gehörte eine Brennerei und Spirituosenhandel.  Die Wirtschaft  wurde 1877 gebaut und bis 1928 betrieben.
95 a Restaurant Schützengarten Baujahr 1896 Hifsdienstpflichtige Polen und Russen, Trainage_

Bahnhof vormals Schützengarten

 

Schützengarten  war der ursprüngliche Namen des heutigen Restaurant Bahnhof. S’Bahnhöfli wurde im 20. Jahrhundert durch die Familie Wettstein, (Tante von Alfred Wettstein sen.) geführt, anschliessend übernahm Karl Probst „dä Schorrächt“  (schon recht) s’Bahnhöfli. Im Bahnhöfli stand damals auch der einzige Flipperkasten in der näheren und weiteren Umgebung. Legendär ist aber auch Hedi Blickensdorfer. Sie führte und leitete das Restaurant in den Siebziger- und Achziger-Jahren des letzten Jahrhunderts.
Funk Oberdorf

Funk Oberdorf

An der Oberdorfstrasse 1 war das  oberste Restaurant im Dorf genannt „zum letschte Batze“. Ursprünglich betrieben durch Fam. Heinrich Funk, dann wurde das Haus durch einen Vollbrand zerstört und wieder aufgebaut.  Die Familie August Funk wurden darum dann „s’Neuhuusers“ genannt.
Schützenwirtschaft

Schützen Wirtschaft

Auch in der Liegenschaft von der Fam. Wyss  s’Chäseres“, an der Albisstrasse  42 war einmal eine Wirtschaft eingerichtet, die Schützenwirtschaft, auch Gesellenhaus ge­nannt. Diese ging im Jahre 1605 an den Stadtbürger Johann Steinbrüchel von Zürich, der in Mettmenstetten Landbesitzer war.

Vielleicht war der Name dieser Wirtschaft auf  den ersten Schiessübungsplatz in Mettmenstetten zurückzuführen. Mit Musketen wurden schon  im 16ten Jahrhundert im Oberdorf Schiessübungen abgehalten. Geschichtliches (klick)

Schenke Oberdorf

 Heinrich Steinbrüchel, ein Bruder von Johann, besass schon vorher im Oberdorf eine Weinschenke, die sich offenbar im Haus Grossholzerstrasse 6 befand, das urkundlich 1625 als Gaststätte erwähnt ist (Anfangs letztes Jahrhundert führte „de Guete Ruedi“ als Kleinbauer diese Wirtsstube).
 
Rössli Restaurant (2)

Rössli

 Hotel  Cheval blanc tönte vornehmer als Restaurant zum weissen Rössli. Drei Generationen  Wettstein führten Restaurant und Metzgerei. Vorgänger war Fam. Kocherhans. S’Rössli ist weitaus die älteste Taverne in Mettmenstetten. Mit dem Tavernenrecht durften sie auch Essen servieren und Durchreisende beherbergen.

Die Taverne zum weissen Rössli  ist in vielen alten Urkunden erwähnt. Besonders auch deshalb, weil all­jährlich auserlesene Gäste nach der Freiamtsgemeinde in Mettmenstetten zu einem kulinarischen Höhenflug erster Güte ins Rössli eingeladen worden waren, an dem Unmengen von Speisen vertilgt und mit Krug weise ausgeschenktem Wein hinuntergespült wurden. Die Honoratioren des Knonaueramtes erhielten zum Bei­spiel im Jahre 1760 vom Landvogt Meyer und Land- Schreiber Nüscheler das folgende, in blumig ausholender Schreibweise verfasste Einladungsschreiben: (klick)

070 Kuhrhaus Pension Paradies Mettmenstetten

Kurhaus Paradies

Ein bekanntes Ausflugsziel war das Hotel-Restaurant und Kurhaus Paradies, zuletzt  betrieben von Familie Landolt. Diese Liegenschaft wurde 1924 von der Heilsarmee übernommen und als Kinderheim eingerichtet.
 
Grossholz Mettmenstetten 26 - Kopie

Frohe Aussicht, Grossholz

 

Die Wirtschaft zur frohen Aussicht war ein beliebtes-Ausflugsziel im Grossholz.  Viele Jahre bis 1929 durch die Familie Rudolf Suter betrieben. Bis  zur Schliessung 1975 folgten dann verschiedene Pächter . Bekannt waren in den Sechziger-Jahren die „Grill-Güggeli“ von Frau Luder.

Restaurant Taube, Eigi

Auch das Haus Eigi 9, zwischen Dachlissen und Eigi, war früher eine Wirtschaft (heute Rösli Urmi). Bis 1900 als er nach Südamerika auswanderte wirtete hier der Tierarzt Jakob Buchmann. Sein Nachfolger, Rudolf Beer wirtet dann im Eigi bis Ende der Zwanziger Jahre.

Restaurant Sonnental, Rossau

Nicht zu vergessen das Restaurant Sonnental  in Rossau.  Das Restaurant war ursprünglich im Obergeschoss eingerichtet, unten war ein Laden eingerichtet, mit dem Salzregal, der Bewilligung zum lagern und verkaufen von Salz. Das Pissoir  des Restaurants war gleich neben dem Salzlager eingerichtet und das Salz sei  manchmal unerklärlich gelblich gefärbt gewesen.
 
Cafi Mättmi (2)

Café Restaurant Mättmi

 Seit 1984 haben wir auch das Cafi Mättmi an der Bahnhofstrasse.
 
Avec 001

Kafi AVEC, Bahnhof

Seit 1990 ist neben dem früheren Bahnhofsgebäude das Kafi Avec ein Teil des gleichnamigen Einkaufsladens.
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Gerber, Sattler, Schuhmacher

Sattler-Meister  Fritz Häfeli wohnte an der Bahnhofstrasse 12. Neben Sattler-Lederarbeiten wurden auch Matratzen aufgefrischt. Wenn dann für eine Matratze nicht mehr genug richtiges Rosshaar zur Verfügung stand wurde mit original „Grain d’Afrique“ nachgefüllt, dieses wuchs als Heugras vis à vis in der Rossmatte. Der Schrägdachanbau nordseits diente Fritz Häfeli als Stall für seine Esel, erinnerte sich Eduard Müller. Sein Geselle, Theodor Strebel, gründete 1899 sein eigenes Geschäft  an der Wissenbacherstrasse 11, das dann von seinem Sohn Thedi weitergeführt wurde. Seine Spezialität waren Polsterarbeiten.

Eduard Müller übernahm 1939 die Sattlerei Häfeli. Pferdegeschirr flicken. Auch  SBB-Blachen reparieren, Risse und Löcher wieder vernähen war Schwerarbeit, und auch die Nummerierung dieser Blachen wenn nötig erneuern.  Daneben nähte Eduard auch Militär-Rucksäcke. Dazu erstand er  im Emmental das nötige  Leder, das er dort mit einer grossen Stanze  auch gleich für seinen Bedarf vorbereiten konnte.

1973 begann Edi Müller junior sein eigenes Geschäft mit Bodenbelägen in der gleichen Liegenschaft.

Schuhmacher war Otto Stamm an der Bahnhofstrase 5. Seine Frau Anni führte den dazugehörenden Schuhladen. Es gab kaum ein Chränzli der Ortsvereine, an dem „de Stammenotti“  in den aufgeführten Theatern nicht eine der Hauptrollen spielte.

Schuhmacher  Gottfried Müller wohnte an der Albisstrasse 3   (heute Volg-Areal).

Gottlieb Vollenweider betrieb dieses Métier an der Grossholzerstrasse 8.  Auch als Schuhmacher konnte man Geld verdienen, bescheiden leben und  sparen. Er versteuerte zuletzt ein Vermögen von 80’000  Franken. Sein Erbe, Gottlieb Vollenweider-Stettler, baute das Chalet am Rennweg 14.

Anfangs  1900 wirkte Schuhmacher Kleiner (Vorfahre von  Ernst Kleiner, Landwirt in Dachlissen) an der Grossholzerstrasse 13.

Ein altes Gewerbe, das in unserem Dorf nicht betrieben wurde, war eine Ledergerberei. Fehlte bei uns ein Bach der genug Wasser führte wie in Maschwanden oder Affoltern?

Holzbau

Schreinereien

  • Gottfried Lüssi hatte seine Schreiner-Werkstatt an der Albisstrasse  48, er war der Grossvater von Werner Meier  „ em Chlötzli-Meier“.
  • Schreiner Felber war an der oberen Prüglen zu Hause  (Leigrüppenstrasse  9) diese Schreinerei wurde dann durch Schreiner Styger weitergeführt.
  • Die erste Werkstatt der Gebrüder Ernst und Emil Jufer war an der Schulhausstrasseund später an der Grossholzerstrasse.  Emil Jufer wurde dann Gewerbeschul-Lehrer und das Geschäft wurde von Ernst’s Sohn Leo weitergeführt, ganz zuletzt  im Neubau an der Niederfeldstrasse 10.
  • Die Gebrüder  Cochard begannen eine Möbelschreinerei in einem Anbau an die elterliche Scheune  an der Bahnhofstrasse  6/8 und vertrieben MECO Qualitätsmöbel.  Walter Cochard sen. übernahm den Betrieb und erstellte  dann einen Werkstatt-Neubau  an der gleichen Stelle. Seine Spezialität waren  Stilmöbel.Walter Cochard jun. (gest. 2010)  führte diesen Betrieb weiter bis ins 21.ste Jahrhundert.
  • Die Schreinerei  an der Dachlisserstrasse  6  wurde während  2 Generationen von der Familie Brunner mit unterschiedlichem Erfolg geführt, ihnen folgte dann 1944 Lorenz Monn-Brunner,  danach Paul Ott und jetzt Sohn Emil Ott als Küchenpezialist.
  • Eine Schreinerei wurde auch in Rossau von 3 Generationen der Familie Künzli geführt.
  • In Rossau arbeiteten die Wagner Lier  an der Hauptikonerstrasse 1. Jakob Müller wurde Schwiegersohn und dann folgte Sohn Beat Müller der eine moderne Schreinerei einrichtete. An der Aussenwand der Schreinerei ist noch das alte Umlenkrad des Sägegatters montiert. Dieses wurde noch mit Wasserkraft betrieben.
  • Auch Anton Bünter übte das Schreinerhandwerk in seiner Werkstatt neben der Kirche aus. Daneben war er aber auch verantwortlich für das Ein- und Ausladen der Milchkannen  auf den täglichen Milch-Zug der SBB nach Zürich. Diese Milchkannen kamen per Pferde- Fuhrwerk auch  aus den Sennereien und Milchsammelstellen von Rifferswil, Uerzlikon, Hauptikon und Rossau und wurden in Reih und Glied auf dem Bahnhofplatz aufgestellt.

Zimmereien

  • Die Zimmerei  von Fritz Portmann war bei der Linde im Oberdorf. Er war auch ein sehr guter Schütze.
  • Und früher schon praktizierte Zimmermann Johann Hägi dieses Métier im Hägi-Haus an der Bahnhofstrasse 14, erbaut 1890.  Seine Werkstatt im Schopf daneben errichtete er im Jahre 1910.

Die Wagner im Dorf waren

  • Heinrich Schneebeli an der Albisstrasse 50 (untere Prüglen).  Unter anderem  fabrizierte Wagner Schneebeli auch Eschen-Skis, an denen er  dann Blaukanten aufleimte. Dannzumal  eine suppermoderne Neuheit, die Vorläufer der Stahlkanten. Zwischen Paul, dem  Briefträger und Heiri Schneebeli kam es einmal  zum  Streit der auch zu   Handgreiflichkeiten führte  und Paul fasste eine saftige Ohrfeige. Zurück  im Postbüro erzählte Paul dem  Herrn Posthalter den Vorfall, worauf dieser kurzerhand entschied,  „ de Schneebeli-Heiri“ wird ein Jahr lang nicht mehr von den Briefträgern bedient, der soll  seine Post selber am Schalter abholen“.
  • Karl Bär an der Zürichstrasse 1,  „de Bäre Karli“,   war Wagner und Kleinbauer. Auch er arbeitete mit dem Ziehmesser, dem Spezialwerkzeug der Wagner. Daneben war er auch Totengräber. Dieses Amt übernahm später Thedy Vollenweider, gelernter Maurer, dann Abwart im Primarschulhaus.
  • Wagner Wöcke hatte seine Werkstatt in Herferswil. Er fabrizierte auch Fenster. Diese auf Mass hergestellten Fenster brachte er zum Versand per Handwagen auf die Station. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm:  Heute arbeitet dort der Enkel Urs Wöcke als Zimmermann.
  • Eine Holzdrehbank war bei Dreher Adolf Frick in Dachlissen im Betrieb bis 1944. Seine Spezialität war auch die Konstruktion von Armbrüsten und Pfeilen dazu. Für eine gute Flugbahn dieser Pfeile sorgten  drei Stück zugeschnittene Vogelfedern am hinteren Ende aufgeleimt. Ein eigenes Patent.

Küfer

0261 Küfer Bär mit Fass auf der Strasse

Küfer Bär Oberdorf

Der Beruf des Küfers ist in Mettmenstetten seit ca. 1960 verschwunden. Die Küfer fabrizierten Fässer, Gelten, Schapfen usw.  Die hölzernen Tugen, Holzbretter leicht konisch gehobelt, dass diese zusammen gefügt einen Kreis ergaben, wurden dann  mit eisernen oder hölzernen Reifen  zusammengehalten. Besondere Kenntnisse erforderte die Herstellung der grossen, oval geformten, hölzernen Gülle-Fässer. In Mettmenstetten waren dies  C. Bär, Sohn Fritz Bär bis 1944, und zuletzt Fritz Bär-Suter, diese  betrieben auch das Restaurant Bär im Oberdorf.
Der Küferhammer! Wer kennt noch dieses spezielle Werkzeug und dessen Anwendung? Oder die speziell für Küfereinen hergestellten  2-Spitz.-Nägel?

Holzsägewerke 

Eine alte Säge  stand  auf der linken Seite vom Haselbach auf der Höhe beim Wiesengrund,  gegenüber  der heutigen Mobilfunk-Antenne. Anlässlich einer praktischen Feuerwehrübung in den  50-iger Jahren unter dem Kommando von Karl Funk wurde  das Gebäude dann  abgefackelt. Der  Flurnamen Mülistett weist zwar eher auf eine Mühle hin. Der Antrieb  erfolgte durch ein Wasserrad,  mit  Wasser aus dem Haselbach. Dieser wurde gestaut  und durch einen Kanal zur Mühle geleitet und dann zurück in den Bach.  Diese Stauung erfolgte unterhalb des dannzumaligen Einlaufes des  vorderen Dorfbaches in den Haselbach ca. 100 mtr. nordwestlich der heutigen Einmündung. Der alte Dorfbach hatte seinen Lauf links vorbei der grossen Eiche, die heute noch mitten in der Rossmatte steht, d.h. eigentlich auf einem künstlichen Damm. So konnten man früher den Bach stauen und das Gelände beidseitig überfluten und damit Streue gewinnen.  Dieser“Damm“ ist heute noch gut sichtbar. Die Bachverlegung erfolgte  im Zusamamenhang mit der Melioration ca. 1960.

  • Die Vollenweider’s  waren auf der Sagi in Wissenbach, der Sagiweiher besteht ja heute noch. 1890  J. U. Vollenweider , dann  Karl. und jetzt Nachfolger Adolf,  „ de Sagerdölf“. 1932 wurde der Kanal zum Wasserrad überdeckt, und 1934 die Sagi modernisiert.
  • Die Vorfahren von Walter Hegnauer betrieben die Sagi in der Hübschern, angetrieben mit einem grossen hölzernen Wasserrad, bis 1955 und Gratis-Energie aus dem Jonenbach.

Lebensmittel, Brennerei

Volg, Usego, Konsum

Lebensmittel und Spezerei-Läden waren im ganzen Dorf verteilt:

Die Landwirtschaftliche Genossenschaft wurde 1898 unter dem Namen Genossenschaftsbäckerei) gegründet und führte drei Verkaufsläden im Dorf.

  • Das Depot Oberdorf war zuerst an der Ecke Albis-Strasse/Leigrüppenstrasse 4 und wurde von Pauline Lüssi betreut, dann zügelte der landwirtschaftliche Verein 1941 diesen Verkaufsladen an die Albisstrasse 48, und man wurde dort von Ida Keller und  später von Vreni Ott bedient.
  • Das mittlere Depot Albisstrasse 30 wurde 1903 gebaut und  lange Jahre von der  Familie Walder und Bethli Suter geleitet. Im  Keller des Schopfes unterhalb dieses Depots war ein öffentlicher Tiefgefrierkeller mit abschliessbaren Gefrierfächern zum mieten, eingerichtet.
  • Das untere Depot mit Genossenschaftsbäckerei und Magazin für landwirtschaftliche Produkte befand sich an der unteren Bahnhofstrasse 30. In der hinteren „Gnossi“ war während dem Krieg auch eine Dörranlage für Gemüse und Obst eingerichtet. Eine weitere Dienstleistung während der Kriegszeit war das Backen von Wähen. Man brachte die eigenen Früchte und die anderen Zutaten;  die Bäckerei lieferte den Teig und besorgte das Backen.

Als erster Verwalter amtete 1897 – 1907 der spätere Gemeindeschreiber Fritz Stettler. Seine Nachfolger wurden August Vollenweider, dann Willi Neuenschwander und  Martin Wolf. 1970   wurden die drei  Verkaufsläden im Neubau am Rössli-Platz zusammengelegt. Anfangs 2017 wurde der Name auf „Albis-Beck“ geändert. 

001 Usegoladen Sattler MüllerLuise Häfeli führte ihren Laden an der Bahnhofstrasse 12. Dieser wurde von der Familie Müller als Usego-Filiale weitergeführt. Eduard Müller  immer  dienstfertig war  auch Sonntag Vormittags zu Hause, dies wussten auch die Pensionäre im Männerheim Rossau zu schätzen, und auch wenn das Taschengeld knapp wurde, reichte es doch noch für ein Gütterli „Spiritus“, das dannzumal auch im Offenverkauf erhältlich war. Zu diesem Lebensmittel-Laden gehörte auch das Salzregal, die Konzession zum Verkauf von Tafelsalz. Eine amtliche Tätigkeit die auch Heinrich Funk der Urgrossvater von Karl Funk im Oberdorf ausübte.

Die Handlung für diverse Artikel, insbesondere Lebensmittel, von Familie Weiss lag an der Zürichstrasse 11.  Dieser Laden wurde dann vom AKA (Allgemeiner  Konsumverein Affoltern) durch Käthi Krägi eine zeitlang weitergeführt. Emil Weiss betrieb  im gleichen Gebäude eine Limonaden-Fabrikation.

Kleider und Schuhhandlung Müller und Chollet NeugutDie Familie Müller-Weiss hatte ihren Verkaufsladen im Neugut (Eigi Dachlisserstrasse 1). Neben Lebensmitteln führten sie gemäss Briefkopf auch ein „grosses Schuhlager an groben und feinen Artikeln“.

 

Metzgerei

Die Metzgerei von Alfred Wettstein war im Rössli eingerichtet mit Laden und Wursterei und separatem „Schlachthüüsli.“ Ebenso stand hinter dem Rössli ein Eis-Schopf, mit Doppelwandungen, dick isoliert mit SägemehlIm Winter wurden an den Seen Eisblöcke geschnitten, z.B. am Sihlsee, per Pferdefuhrwerk verführt, in solchen isolierten Gebäuden bis in den Sommer eingelagert, und dann zum Kühlen der Fleischlager gebraucht. Fanny Wettstein-Buchmann († 1961) führte ein strenges Regiment hinter dem Ladentisch. Paul Greber, als selbständiger Elektriker im Dorf, wollte ein schönes Stück Fleisch in der Rössli-Metzg kaufen und die Antwort von Frau Wettstein war:  „Du nimsch was ich dr gibe“.

In der Ostecke der Liegenschaft Hottinger war das Schlachtlokal der Viehversicherungs-Genossenschaft Mettmenstetten. Hier mussten die Bauern das Fleisch der not-geschlachteten Kühe übernehmen. Ob der Fleisch-Schauer immer mit beiden Augen geguckt hat bei der Kontrolle der Qualität, ist umstritten.

Ein Fleisch-Verkaufsladen von Robert Widmer war im Oberdorf , Albisstrasse 45, sowie an der Rossauerstrasse 11.  Frau Rüegg war  bekannt für die besten „Grünen Würste“.  Sie bezog Ihre Fleischwaren von einer Metzgerei in Baar, und hatte einen grossen Kühlschrank. Immer dienstfertig,  konnte man bei ihr auch noch Sonntags Fleisch kaufen, wenn unerwartet Besuch eintraf.

Jakob Weber, wohnhaft in Dachlissen, war Störmetzger und besorgte bei den Bauern das Schlachten der Schweine.  Zuerst wurden   die toten Tiere in einer Gelte gebrüht und dann mit der Schabglocke bearbeitet.  Am Nachmittag war dann auch Frau Weber dabei, zuständig  fürs Wursten. Von Hand das Brät vorbereiten, mischen und  würzen war anstrengend. Aber sie  verstand  ihr Métier,  ihre Würste waren ausgezeichnet und entsprechend gesucht. Ob vor Anstrengung, oder wegen den scharfen Gewürzen, ist nicht mehr bekannt, überliefert ist jedoch dass die Nase von Frau Weber meistens tropfte, eben auch ins Brät. Aber ihre Würste wurden überall als die besten gerühmt,   eben „zäntume“

Frische Fische konnte man bei der Brennerei von Ernst Meili  kaufen (wenn Fang). Ernst Meili hatte als Fischer den Unterlauf der Lorze gepachtet  mit einem Bootshaus, in der Rözi. Beim Schwimmen die Lorze hinunter,  konnte  man dort bequem wieder ans Ufer aufs Trockene gelangen  oder auch den Fischkasten im Weidling kontrollieren wo manchmal Fische gewässert wurden, und dann   !!!!!!  „Schnuderbuebe“

Bäckerei

Die Dorfbäckerei von Hans Huber († 1941) lag an der Bahnhofstrasse 4. Für’s Waldfestcomité 1921 verrechnete er für ein Weggli acht Rappen). Sein erstes Auto war ein „Berliet  Pic–Pic“. Nachfolger waren Sohn  Hans Huber-Hegglin und Roger Morgen bis die Liegenschaft abgerissen wurde.

Die heutige Volg-Bäckerei war vorher in der Volg- Liegenschaft an der unteren Bahnhoftrasse eingerichtet, und  die Backwaren wurden der Kundschaft von Heinrich Vollenweider per Auto überbracht.    „De Brösmeli uf de  Chehri“.

In der Nordecke des Stettlerhauses war ehemals die Bäckerei Häberling installiert.

Käserei und Molkerei

Käsehändler Rudolf Vontobel wohnte an der Bahnhofstrasse 35, daneben beim Bahnübergang sein Engros-Lager, „s’Chäsmagasi“.  

Chäs und Anke verkaufte Ernst Suter  „ de Sännsuter“  im Chäs-Chäller am Chilewegli in der Liegenschaft Bahnhofstrasse  8.  Sein Sortiment war Stock-Anke, grossi und chlini Mödeli, Emmentaler, Tilsiter und Gruyère-Käse. Eine Spezialität in seinem Angebot war der  Ebertswiler Räss-Chäs.  Dieser wurde mit vergorenem Most abgerieben und feucht gehalten. Sein Kenn-Name im Dorf war  „de Mödeli-Suter„. Sein Bruder, Albert,  war  Landwirt und wohnte mit seiner Familie an der Albisstrasse,  Sie hiessen „s’Suteralberte“.

Die Sennerei-Genossenschaft der Mettmenstetter-Bauern betrieb die Milchsammelstelle, an der Albisstrasse 7. Morgens und am Abend brachten die Landwirte ihre Milch zur „Sennhütte wo diese gesiebt, gewogen, gekühlt und in  Milchkannen für den täglichen Abtransport per Bahn bereit gestellt wurde. Während der Milchannahme abends wurde auch offene Frischmilch an Privatkundschaft ausgeschenkt. Einmal monatlich wurde am Hüttenzahltag in einem Restaurant abgerechnet und den Bauern ihre Milch-Guthaben bar ausbezahlt. Wäre so viel Bargeld über den Wirtshaustisch heute noch möglich? 

Die letzten vollamtlichen Milcheinnehmer war Familie Vögeli. Mit einem Elektro-Fahrzeug bedienten sie auch die Privatkunden im Dorfrayon täglich mit Frischmilch und Molkereiprodukten. Sein Vorgänger, Senn Grossglauser,  spannte dazu noch sein Pferd Bobi vor den Brückenwagen. Mit der Trillerpfeife mobilisierte er seine Kundschaft.

Brennerei

Die Brennerei Meili mit Restaurant zum Frohsinn, gegründet 1873, an der unteren Bahnhofstrasse 4  ist verschwunden. Ernst Meili starb im Jahre  1954, und Bernhard Bolli führte das Geschäft weiter bis  1966. Die letzten Brenner waren Albert Müller und Jakob Sidler.

In der ehemaligen „Dampf-Brennerei von Albert Vollenweider  „s’Botte“, war  Gottfried Jufer Brennmeister.  Diese wird  noch von Peter Schmid weiter betrieben. Ein Vorfahre dieser Familie Vollenweider war Bote mit dem Räf auf dem Rücken nach Zürich oder nach Zug, dannzumal noch zu Fuss ;  daher der  Zusatz-Name „ s’Botte“. Einmal im Jahr wurden durch diese Brennereien Zigerli fabriziert.  Der angefallene Abfall, Träsch, ausgepresstes  Mostobst und die Kerne aus den gebrannten Steinfrüchten, wurde maschinell zu  10 – 15 cm dicken und 30 cm langen „Würsten“  gepresst, auf  Lattenroste sorgfältig nebeneinander aufgereiht,  und dann in   hohen  überdeckten Ständerbauten , dem Zigerligestell, luftgetrocknet. Es war ein wertvoller Brennstoff, die Produktion jedoch stank fürchterlich.

Eine Mosti,  Presse für  Mostobst,  betrieb auch  Adolf Wyss-Schibli in der zweiten Generation   an der Albisstrasse 8, nebst der Brennerei. Diese führte Max Wyss weiter, bis er bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Seit  1996  wird „s’Tröpfli“  durch Angid und Franz Hager-Zulauf weitergeführt.

Viele der im Dorf wohnenden Bauern hatten auch eine eigene Most-Presse. Eine Mosti war auch im heutigen Wohnhaus  von Paul Ott, mit grossen gemauerten Zement-Fässern, im Keller an der Albisstrasse 15, eingerichtet.

Diese Brennereien führten auch Lohnarbeiten auf den Bauernhöfen aus. Die Brennkessel waren auf Wagen montiert und wurden per Pferdezug von Hof zu Hof gefahren. Dort wurde u.a. der nicht getrunkene vergorene Most zu „Träsch und Bäzi“ gebrannt. De Sidlerjokeb vo Maschwande“, Brenner  bei Ernst Meili, sammelte die ausgebrannten Kirschen-Steine, reinigte diese, und verkaufte sie für ein paar Batzen zum Füllen der Steinsäcke. Diese wurden  zäntume in allen „Chouschtröhrli“ der Kachelöfen aufgewärmt, viel „chüscheliger“ als Bettflaschen.

Hans Ulrich Gallmann,  Landwirt im Sternen, ein eifriger Schreiber und Chronist,  berichtet dass im Jahre 1890 sich fünf Mitglieder zu einem „Verein“ zusammenschlossen und zwei  neue moderne  Dampf-Destilierapparate anschafften und betrieben.

Recycling und Feldmauser

Recycling von Abfallprodukten                                                                     

Schon vor dem 2. Weltkrieg war das Recycling von Abfallprodukten ein Erwerbszweig.  Laut  „Lumpäää,  Zitigäää“  rufend mit Handkarren und Sack über dem Rücken gingen die Altpapiersammler durchs Dorf und fristeten mit Abfallsammeln ein bescheidenes Dasein.

Während vielen Jahren besorgte Ernst Heiniger, Landwirt im Eigi die Abfall-Entsorgung  im Dorf. Mit Pferdefuhrwerk sammelte „de Güsel-Fuehrme“ den Abfall und deponierte alles der in der Grube im Eigi. Dabei war auch hin und wieder Asche bereit gestellt die noch heiss war und die Ladung  begann zu rauchen und auch zu brennen.  So musste Ernst dann schleunigst den nächsten Dorfbrunnen anfahren und die Fuhre kühlen. Es war eine strenge Arbeit, den ganzen Tag als „Güsel-Fuehrme“.

Endlich irgendwo in einem Restaurant den Durst löschen, und dies dauerte manchmal recht lange. Schlussendlich hieften starke Hände Ernst auf den Brückenwagen. Die Pferde wurden losgebunden und mit einem freundlichen Klapps und dem Kommando „Hü Buebe“ schickte man das Gefährt selbständig auf den Heimweg. Ernst kam immer wohlbehalten zu Hause an.

Zwischen Emil Ott und Ernst Heiniger entstand eine Wette wer die stärkeren Pferde habe. Wiesengrud-Meier stellte einen grosser Güllenwagen zur Verfügung und der Parcour war der Badi-Stutz. Heiniger’s Pferde schafften es und die gewetteten 10 Flaschen Wein musste Emil Ott berappen.

Feldmauser

Eine besondere Aufgabe hatte der Feldmauser Ebnöther. Dieser zog mit seinen Mäusefallen über die Matten und markierte und sicherte die von ihm gestellten Feldmäuse-Fallen mit einem  kurzen Stecken. Diese wurden anderntags kontrolliert und der Fang  mit dem Landwirt abgerechnet

Schmiede, Schlosser, Spengler, Sanitär, Kohlenhandel

Schmiede und Hufbeschlag

Jakob Frei-Suter war um die Jahrhundertwende der Dorfschmied am Rössliplatz. Nachfolger war ab 1924  Otto Frei  sen. (gest. 1975),  später zusammen mit seinem Sohn Otto Frei-Burkhard. Dieser führte die „Schmitte“ ab 1975 bis in die 90-iger Jahre alleine weiter.

  • Eine Spezialität der Schmiede war das Aufziehen der Radreife. Die Wagner erstellten  das Holzrad mit Nabe, Speichen und Reif.  Dann wurde Mass genommen, der eiserne Radreif geschmiedet, der in glühender Form genau über das Rad passte, und abgekühlt mit Wasser, sich so zusammenzog, dass dieser auf dem Holzrad festsass. Das dazu verwendete Material war Radreif-Eisen,  Flacheisen mit beidseitig runden Kanten, sowie Radschrauben mit Nase, Mutterschrauben mit besonderer Form von angesengtem Kopf.
  • Hufeisen für Pferde fabrizierte die Firma Von Roll AG in Gerlafingen. Eine Besonderheit waren „Wandgänger-Eisen“,  die einseitig dicker und breiter waren, für Pferde die schlurften, oder die Hufe schräg aufsetzten.

Im Oberdorf am Dorfbach, Albisstrasse 70,  übte Jakob Illi (gest. 1951) dieses Handwerk aus. Dannzumal wurden auch die  Hufe der Zug-Ochsen und der  Zwicke.  beschlagen und zwar nur die vorderen Hufe, mit  besonders geformten  Ochsen-Nägeln  der Firma Von Moos AG in Luzern.

Wo Emil Huber in  seiner  Schmiede im Oberdorf  um 1895  arbeitete ist unbekannt, wir haben nur noch zwei Rechnungen. Seine Schwester Elsi heiratete Walter Bühlmann und sie war eine vo’s Lismer’s.

Schmied Schmid schmiedete in der Schmitte  in Rossau.  „ de Schmidekobi“. Daneben betreute er auch lange Jahre die Druckleitungen der Wasserversorgung Rossau. Ebenso betrieb er eine Benzin-Station.

Schlosserei

014 Kunstschmiede Schlosserei Baur

Kunstschmiede Ad. Baur

Die Schlosserei von Konrad Baur begann in einem Keller bei der Linde an der Wissenbacherstrasse im Jahre 1843.

 

 

 

  • Sohn Adolf Baur-Stettler, gest. 1947, baute an der Albisstrasse 58 eine neue Schlosserei und spezialisierte sich auch auf Trinkwasserleitungen. Eine Schlosserarbeit aus  dieser Werkstatt ist das Tor am Friedhof.  Adolf Baur-Stettler hatte  im Alter Probleme mit dem Gehör, Hörapparate gab es noch keine, er  benützte daher  sein imposantes Höhr-Rohr aus Messing.
  • Der Betrieb wurde übernommen und weitergeführt von Adolf Baur-Meili der auch  Heizungen einrichtete. Während vielen Jahren war Richard Stalder verantwortlich für die Abteilung Schlosserei.
  • Dann führt Adolf Baur-Schoch den Sanitär-Bereich weiter, seit 1984 an der Oberdorfstrasse 4.
  • Werner Baur übernahm 1970 die Schlosserei und  Metallbau und baute 1986 die neue Werkstatt im Erspach.

Die Baur-Dynastie war ganz massgeblich an der Gründung und am Ausbau und Unterhalt  unserer Wasserversorgung beteiligt.

Sanitär

Als dipl. Sanitär Installateur arbeitet seit 1983 Roland Brändle an der Ottenloostrasse 40, vorher half er noch für zwei Jahre im Betrieb von Dölf Baur mit.

Spengler

Rudolf  Meier,   Spenglerei an der Zürichstrasse 7,  hatten neben der Spenglerei auch einen Laden für Blechwaren und Haushaltartikel. Die Nachfolger waren Albert Meier sen. gest. 1969, dann Albert jun. Als Spezialität  führten  sie auch  Petrol- und  Karbid-Lampen und deren Zubehör in  ihrem Sortiment.  „de Meier-Bertel“   war auch Sanitär Installateur. gest. 1987. In der Spenglerei war auch das Nachverzinnen von Kupferkesseln eine Spezialität und ganz besonders verzinnte er auch im Tauchverfahren die Kandare für Pferdegebisse.

Eisenwarenhandel

Die Schmidschlosser Huber wohnten noch als Handwerker im Stettlerhaus und begannen 1832 mit dem Eisenwarenhandel. 

Zum vierten Mal ändert das Haus seinen Namen (klick). 

  • Der erste Eisenhändler war Johann Huber. Der Nachfolger Eduard Huber-Wyss baute 1878 an der Bahnhofstrasse 22 die heutige Eisenhandlung,
  • dann folgten Eduard Huber-Suter, 1918 – 1943,
  • dann Max Huber-Hoffmann und Hans Huber-Glasbergen seit 1970. Zusammen mit Hugo Kradolfer gründete er 1994 die Huber AG.

Eisenwarenhandlung Max Huber 26Bis 1916 wurde neben dem Eisenhandel auch ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb geführt. Anfänglich wurde das Eisen-Stabmaterial und Eisen Rohre bei der Firma Paravicini in Basel eingekauft und per Pferdefuhrwerk 4-spännig über den Bötzberg nach Mettmenstetten gebracht, später dann auch von den Von Roll’schen Eisenwerken in Gerlafingen bezogen. Der erste Lastwagen, ein Arbenz noch mit Ketten-Antrieb und Vollgummi-Pneus wurde im Jahre 1921 angeschafft.

Eisenwaren und Werkzeuge wurden schon früh auch aus Deutschland und Frankreich importiert. Während rund 20 Jahren, von 1965 – 1985, war die Armierungs-Stahl-Biegerei der wichtigste Sortiments-Zweig. Das bis 24 Meter lange Stab-Material kam per Bahn und wurde anfänglich von  5 – 6 Mann manuell auf einen Camion geladen und nachfolgend mit einem schweren  Holzwagen nach Hause gezogen und wieder auf die gleiche Weise entladen. Dann ging’s leichter mit dem ersten Mobilkran und einem 15-metrigen T-Träger am Dreh-Haken. Durch den Entscheid der SBB, dass zukünftig in Mettmenstetten doch  kein Industriegeleise erstellt werde, musste die Eisen-Biegerei aufgegeben werden. Neue Schwerpunkte wurden gesucht, und  die neue Spezialität wurde „Schloss und Schlüssel“-  die Schliesstechnik

Kohlenhandel

Der Kohlenhandel war anfänglich auch in der Eisenhandlung Huber integriert. 1935 übernahm Eduard Huber-Grob, gest. 1960, diesen Sortiments-Zweig und verlegte sein Domizil an die Bahnhofstrasse 13. Vor rund 50 Jahren hatten die Eisenhändler auch das Waffenhändler- und Munitions-Patent, und mussten genau buchführen über die Sprengstoff-und Waffen-Verkäufe. Das Dynamit-Sprengstofflager befand sich im  Hinterhaus Bahnhofstrasse 24 .

Kupferschmiede

Eine Kupferschmiede betrieb Familie Habersaat in der Liegenschaft am Dorfbach, Albisstrasse 8 (später Brennerei Adolf Wyss).

Der Kupferschmied Habersaat hatte ein Leiden und suchte Linderung in der „Kuranstalt“ im Wängi-Bad, wie eine Rechnung vom Badewart Spinner an den Krankenunterstützungs-Verein zeigt.

Die letzte der Familie war das Dorforiginal  „d’Habersaate-Emma“,  ein altes Huzelfrauchen mit einem leichten Sprachfehler das sich mit Helfen beim Putzen und Waschen mühsam durchs Leben schlug.  Gerne nahm sie jeweils die Einladung zum Mitessen am Familientisch an, wieder einmal eine  so richtige Mahlzeit. Im Pfarrhaus, kam auf die Frage ob es ihr  schmecke die Antwort: „ja momol, me cha’s ässe“. Einmal auf dem Heimweg aus dem Wald mit einem Korb voller Tannzapfen,  Da stoppte  ein Mettmenstetter sein Auto, und sagte: „Emma, chum stieg i chasch riite bis is Rössli ue„. „ Nenei ich laufe gschiider, me isch nie sicher vo dene Mädchen-Händler“ , sprachs und schlurfte weiter.

Messerschmiede

033 August Huber Messerschmiede mit Reklametafel 33C. Aug. Huber war eine bekannte Messerschmiede an der Ecke Bahnhofstrasse/Zürichstrasse mit Verkaufsladen  und Werkstatt, während mehreren Generationen. Eine ihrer Spezialitäten   waren Imker-Artikel. Per Pferdefuhrwerk, dem Break  (Bregg), fuhren sie auf die Warenmärkte  in Muri und Bremgarten. „Güscht“, der letzte Messerschmied der Familie, absolvierte seine Lehre bei Victorinox in Schwyz.

 

Mechanische Werkstätte Wolf & Cie. Rossau-Mettmenstetten

1870 erwarb Jakob Wolf  sen. das Bauernhaus , heute Baarerstrasse 17, der Fam. Kunz. Sohn Heinrich Wolf, geb. 1858,  war Mechaniker, arbeitete zuerst im Elternhaus und erwarb 1911 die Liegenschaft, heute  Baarerstr. 21,  und richtete im Anbau seine mechanische Werkstatt ein.  (später Schreinerei Künzli). Verkauf erfolgte 1924.

Heinrich Wolf war Düftler und Erfinder. So erfand er 

  • 1914 einen  Spanner für Leder-Antriebsriemen und liess diesen auch patentieren
  • 1915 eine Maschine zum Heu ernten
  • 1917 eine Presse für Trauben und Früchte
  • 1925 ein Fahrgestell für elektr. Motoren
  • 1928 ein Gülle-Wagen

Reparatur und Schärf-Service

Emil Hess hatte seinen Reparatur- und Schärf-Service an der Albisstrasse 17.

Textilien und Mercerie

026 Schneebeli Stoffladen Mettmenstetten

Kaufhaus Schneebeli

Das Textilien-und Mercerie Geschäft Schneebeli wurde von  Jakob Schneebeli-Günthard († 1982 )  geführt. Er besuchte seine Kundschaft  per Velo mit extra breitem, verstärktem  Gepäckträger  für seine Musterkoffern, von Haustür zu Haustür, weitherum auch in den Kantonen Aargau und Zug. Als 3. Generation führte sein Sohn Ernst Schneebeli das Geschäft weiter bis ca. 1990. Jakob war jahrzehntelang eifriges Mitglied im Männerchor Mettmenstetten.

 

Jakob Kupper

Jakob Kupper

Das Tuch- und Mercerie-Geschäft von Jakob Kupper sen. und dann  Jak. jun. „de Kupperschaag“ lag an der Zürichstrasse 15/17. Seine Spezialitäten waren Aussteuer-Artikel und Mass-Konfektion aus dem eigenen Schneider Atelier. Schon 1925 fuhr er per Auto zur Kundschaft. Im kleinen ehemaligen Laden-Lokal  mit Zuschneiderei war noch vorher eine Zündholzfabrikation eingerichtet. Dazu gibt es eine Bewilligung des  Regierungsrates von  1849 für  Jakob Huber (eine „vos Schmidschlossers“.)

 

Und sein Konkurrent mit gleichem Sortiment war sein Vetter (Cousin) Heinrich Kleiner ( 1990), vorerst an der Albisstrasse im Oberdorf bis er dann an der Friedhofstrasse 4 seinen  Laden im neuen Wohnhaus einrichtete.

Textilien und Mercerie verkaufte auch die Familie Stettler, zuletzt Sophie Vollenweider-Stettler im Laden an der Albisstrasse 5 (heute Sparcassa) und sie wohnten noch im Stettlerhaus.         

Spengler?

Albert Meier

Schneider-Geselle bei Kuppers war Karl Meier, der seine eigene Schneiderei an der Albisstrasse 58 einrichtete. Er hat dort „ii gwybet“. Er heiratete Elsa Mahler, Erbin dieser Liegenschaft. De „Schnyder-Meier“ war lange Zeit auch Feuerwehrkommandant mit dem Übernamen„ Säsa“  (c’est ça). Ein von ihm vielbenützter Ausspruch.  Eine weitere wichtige Tätigkeit von „Säsa“ war Katzenmetzger für den Männerchor.  Er sammelte die Felle der getigerten Katzen und nähte seiner Tochter Elsbeth einen wunderschönen einmaligen Pelzmantel   –   aus Katzenfell.

Grob Gustav, geb. 1878 war Dorfschneider an der Grossholzerstrasse 2. Er hatte den Schneiderberuf von seinem Vater J.J. Grob gelernt und schneiderte bis er über 70 Jahre alt war im Elternhaus.

Als Damenschneiderin als Haupt- oder Nebenerwerb arbeiteten einige Frauen im Dorf,  so u.a. Milly Tschallener an der Albisstrasse 45, Rösli Felber–Robet, Rosette Stettler  und die hübsche Leni Leuthard, einst Vorturnerin im Damenturnverein an der Bahnhofstrasse 14.

Kleider und Schuhhandlung Müller und Chollet NeugutHüte modellieren und Zylinder auffrischen war eine Spezialität  von Hermine  Müller. Sie wohnte im Neugut, Dachlisserstr. 1,  Eigi und war die Schwester vom legendären „Müller Karli“.  Im gleichen Haus befand sich bis Mitte der Zwanzigerjahre der Spezerei- und Schuhladen Müller.

 

Eduard Huber-Suter betrieb eine Strohflechterei für „ Hand- und Fantasie–Geflechte“ an der Bahnhofstrasse 24.  Er exportierte seine Halb-Fabrikate  z.B.  geflochtene Bänder  für Stroh-Hüte, ca. 1898 bis 1914   bis nach England.

Foto-Galerien

In diesem Kapitel finden sich Foto-Galerien zu unterschiedlichen Themen. Von der jeweiligen Index-Seite aus, kann sofort ein bestimmtes Bild aufgerufen werden. Innerhalb einer Galerie kann durch „klicken“ auf ein Bild automatisch das nächstfolgende Bild angezeigt werden. Die Navigation innerhalb einer Gallerie kann aber auch durch die über den Bilder angezeigten Reiter erfolgen.  Home und Index führen zur Index-Seite zurück. Karte zeigt via Google Maps die Position des gezeigten Objektes an. Es gilt zu beachten, dass die genaue Position um einige Meter abweichen kann.  Vorheriges bzw. Nächstes Bild in der Galerie ist selbstsprechend. Unter den Einzelbildern wird eine Beschreibung des Objekts angezeigt. 

Dorfbrunnen vor der Schmitte

Dorfbrunnen 

Zentrum mit Kirche

 
In den 30er-Jahren

Badi gebaut 1927

 
Albisstrasse mit Dorfbach ca 1910

Albisstrasse

       
       

Bild-Dokumente

 
   
 

TON-Dokumente

 

Herferswil einst und jetzt

Von: Karline Schneebeli (geborene Frick) 1855-1940

Da ich nun 82 Jahre in diesem Dörfchen gelebt habe und mir gottlob der Verstand geblieben ist, so kommt mir eine Sehnsucht nach den damaligen Zeiten. Nicht, dass ich es besser hatte als heute, aber die Leute waren trotz ihrer Armut zufriedener und fröhlicher, sie konnten alle noch lachen und singen. Das kam wahrscheinlich daher, dass alle fast gleich arm oder reich waren. Damals hatten die Leute keine so grossen Ausgaben für Steuern, Bahn, Auto, Sport, Velo und andere kostbaren Vergnügen. Besonders für die Jugend wurde nicht so viel geopfert. Da gab es keine so schönen Kleider. Bei vielen Kindern hing der Sonntagsrock am Werktagsrock, nur musste er am Samstag gewaschen werden, aber eben es hatten es fast alle gleich.

Nun will ich noch berichten aus was die damalige Bevölkerung bestand, nämlich aus 32 Seidenweberinnen bzw. Winderinnen sowie zwei Leinenweber. Im Buchstock war damals ein Tuchladen, da kamen die Käufer von weit her. Es gab noch einen Rechen und Gabelmacher mit einem grossen Kundenkreis. Im Hause von Herrn Blickensdorfer (jetzt Tobler) arbeitete ein Glaser mit zwei Söhnen. Es waren noch zwei Zimmermannen und ein Schreiner. Auch waren drei Küfer. Schiffer war ein Meister für grosse Fässer. Küfer Bär, Tansen und Kübelwaren.

Damals fuhr noch keine Eisenbahn vom Amt nach Zürich, darum hatten sie einen grossen Zweiräderkarren, auf diesem transportierten sie jede Woche ein grosses Fuder solcher Kübelwaren über den Albis nach Zürich. Nur wenn das Wetter ganz schlecht war spannten sie eine Kuh vor bis auf den Albis. Der dritte Küfer hiess Münch. Mein Vater und drei Brüder betrie­ben das Schneiderhandwerk. Auch hatten wir einen Metzger und in der Sennhütte wurde gekäst.

In der Hübschem wurde Getreide gemahlen und Bäckerei im Grossen betrieben. Dann war dazumal noch die Säge und eine Wärchreibe für Hanf und Flachs.

In den 60 er Jahren wurden noch Seidenraupen gezüchtet, was dann wegen dem rauen Klima nicht rentierte. Fast hätte ich noch den Schuster vergessen, den man damals nicht entbehren konnte, weil es noch keine Schuhläden gab.

Noch ein Wunder muss ich erzählen. Das jetzige Schulhaus wurde Ende der 1850er Jahre gebaut, die Barauslagen waren ca.7000 Fr.,  natürlich musste Fronarbeit geleistet werden. Vor etwa 15 Jahren hat die Reparatur das fünffache gekostet.

Noch zu erwähnen ist, dass Herferswil einen Männerchor hatte, welcher an Gesangsfesten mitsang und nicht zu den letzten gehörte betreff Leistung. Auch wurde nach Gesangstunde vielfach noch im Freien gesungen, was Jung und Alt erfreute. Heute hört man keinen Ton mehr singen ausser in Konzerten.

Aktualisiert: 09.12.13/Hinnen 

Karline Schneebeli _ Hungerjahr 1816

Karline Schneebeli (geborene Frick) aus Herferswil hatte ca. 1940 in einem Aufsatz beschrieben, wie ihre Mutter das Jahr 1816 erlebt hatte:

Von: Karline Schneebeli (geborene Frick) 1855-1940  

Wir leben gegenwärtig in ganz schwierigen Zeiten (Kriegs-Jahre ca. 1939) und wenn man die Zeitungen liest, muss man denken wie viel Not und Elend hat‘s allerorten und doch sind nicht Miss­ernten daran schuld wie anno 1816.

Meine Eltern haben jene Zeit durchmachen müssen und haben mir dutzendmal davon erzählt. Dazumal waren die Leute nicht so auf Viehzucht eingestellt. Sie mussten Ackerbau betreiben da sie die Lebensmittel selber pflanzen mussten, weil noch keine Eisenbahn und Dampfschiffe vorhanden waren, somit auch die Einfuhr ganz unbedeutend war. Die grossen Bauern hatten wohl etwas Vorrat, aber nicht für lange Zeit.

Dann kamen Missjahre und das Jahr 1816 war das Schlimmste von allen, man konnte im Frühjahr zur Not anpflanzen. Dann kam kaltes Regenwetter den ganzen Sommer hindurch, z.B. der Weizen blühte erst anfangs September. Im November wurden die Ähren vom Stroh geschnitten und auf dem Ofen getrocknet. Es war ein milchi­ges Korn vorhanden das dann geröstet und alsdann zu Mus oder Suppe verarbeitet wurde. Futter für das Vieh konnten sie auch nicht dörren, es verfaulte fast auf den Wiesen.

Der Viehbestand war natürlich nicht so gross wie heute, es waren etwa 10 Kühe vorhanden für Hausmilch. Pferde hatten nur die Müller. Die Kartoffeln waren gar nicht geraten dieses Jahr. Meine Mutter sagte eine Base und sie hätten an einem Tag einen kleinen Kratten voll ausgehackt, die grössten wie Baumnüsse. Wenn sie den Karst aus der Erde zogen war das Loch voll Wasser. Die Kartoffeln durften nicht gegessen werden, sie mussten als Saatgut aufbewahrt werden. Man kann sich vorstellen, wie das ein Winter wurde. Es ging noch so bis Neujahr, dann kam‘s schwierig, die Leute mussten fast verhungern.

Eines Abends sagte meine Grossmutter zu meiner Mutter, was meinst, möchtest du mit mir nach Zürich laufen über den Albis, dann bekämest du wieder einmal genug zu essen. Sie musste einen Kapitalzins im Florhof abgeben und dann bekam sie jedes Mal ein Mittagessen. Mit Freude sagte meine Mutter zu, obschon sie erst 8 Jahre alt war(geb.1809). Morgens sechs Uhr gingen sie von Herferswil fort, um die Mittagszeit kamen sie beim Zinsherrn an. Er fragte sie erstaunt ob sie den Zins doch zusammengebracht hätten, er habe das nicht erwartet. Aber jetzt müsse er ihnen leider sagen, dass sie nicht mit ihm Mittagessen könnten, weil er in Gottes Namen selber nichts habe. Da kam ein grosser Schrecken über die Beiden, doch sagte der Herr, hier habt ihr einen Kronentaler, dass ihr etwas zu essen bekommt. Da gingen sie die Marktgasse hinunter in eine Bäckerei und verlangten Brot. Da hiess es, wenn ihr keine Marken habt, ist es mir bei Todesstrafe verboten Brot zu geben. Das Mehl ist mir beim Lot abgewogen für meine Kunden.

Das war ein trauriger Bescheid. Nun gingen sie weiter bis in die Enge in die Wirtschaft „zur Geduld“ und verlangten etwas zu essen. Habt ihr Marken? Nein, da erhielten sie die gleiche Ant­wort wie beim Bäcker, obschon die Grossmutter erklärte „woher und wohin“ und sie heute noch Keinen Bissen zu essen bekommen hatten. Nun sagte sie müssen wir ohne etwas gegessen zu haben noch heim.

Die Grossmutter musste noch in einen Laden um Knöpfe zu kaufen. Als sie eintraten standen einige Personen dort und klagten einander, dass sie vor Hunger fast sterben. Es sahen auch alle fast wie Leichen aus. Da sagte die Grossmutter: Ich sehe schon, wir haben nicht alleine Hunger. Sie erzählte ihr Schicksal von heute. Da nahm der Krämer ein Stück Brot vom Laden und sagte: Mein Kind wenn du das erste Mal in Zürich bist, musst du nicht sagen, dass du nicht ein Stücklein Brot bekommen hast, ich will mit dir teilen. Ich bekomme noch drei Tage kein Brot, aber eine Stun­de früher oder später, wenn Keine Hilfe kommt muss ich auch ster­ben wie viele andere auch. Nun zerschlug er das steinharte Brot mit einem Hammer. Es zersprang in fünf Stücklein, zwei behielt er, drei gab er mir, alle weinten. Als wir auf der Strasse waren gab ich der Mutter das grössere Möckli. Wir versogen es wie Zucker und hatten es bis Adliswil noch im Munde. So erzählte die Mutter manchmal.

Sie kamen doch noch heim, hatten auf dem Weg sich manchmal gefragt, gibt‘s vielleicht doch noch etwas zu essen, aber was. Als sie in die Küche kamen, hatte die Base doch das Nachtessen in der Pfanne. Es bestand aus lauter giftfreien Gräsern welche die Leute daheim auf den Matten gesucht hatten. Die Ihrigen glaub­ten als wir eintraten, die haben jetzt nicht so Hunger und bringen noch etwas zu essen mit. Aber da hatten sie sich getäuscht. Auch Fett war keines vorhanden, da man für die Schweine kein Futter hatte. Alle Leute mussten so von Gras und Schnecken leben. Als keine Weissen mehr vorhanden waren wurden auch Rote gekocht.

Da endlich war etwas Getreide aus Ägypten angekommen, denn die Bergpässe waren schneefrei geworden. Es musste mit Mauleseln über den Gott­hard getragen werden, vorher bis Genua mit dem Segelschiff, dann mit Wagen bis Gotthard.

Das Fleisch galt das Pfund 35 Rappen, warum assen die Leute nicht solches? Ist bald gesagt, die Kühe durften nicht geschlachtet werden, denn sie waren nur Haut und Knochen. Waren die Kühe nicht mehr da, von wem sollten die Leute die Milch nehmen, wenn wieder Futter vorhanden war.

Bald kamen die Kirschen, es gab gottlob sehr viel und das Jahr 1817 war ein sehr fruchtbares Jahr. Aber eben bis etwas gewachsen war ging‘s schmal zu. Als die Regierung sah, dass wieder eine gute Ernte bevorstand gab sie die letzten Getreidereserven aus den Kornhäusern frei, da ging‘s wieder besser.

Aktualisiert: 09.12.13/H. Hinnen

Siehe auch Tagesanzeiger vom Juni 2013 (klick) 

Sie auch den Bericht im Affolter Anzeiger vom 2.12.2016 (Willy Hug Alte Geschichten aus dem Säuliamt 109) 

 

Alfred Wettstein – Auf der Walz

wettstein-alfred-senAlfred Wettstein, geb. 1911, Rössliwirt und Metzger, Mett­menstetten, erzählt von seinen Wanderjahren in der schwierigen Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutsch­land, Frankreich und Italien: Quelle: „Was ich noch von damals weiss Neujahrsblatt GGA Affoltern 2001“

 

 

Wie es mein Vater getan hatte, wollte auch ich nach mei­ner Ausbildung ebenfalls auf die Walz gehen. Die zweieinhalbjährige Metzgerlehre hatte ich in Wald im Zürcher Oberland gemacht. Danach, mit 18 Jahren, ging ich nach Schaffhausen. Im Januar/Februar 1929 war es sehr kalt, 28-30 Grad unter Null, eine strenge Zeit. Im Frühling, als die Vögel pfiffen, hielt ich es nicht mehr aus und sagte mir: „So und jetzt haut de Wettstei ab“. Ich sagte zu Hause gar nichts, schickte meinen Koffer heim und behielt nur ein kleines Köfferli mit dem Notwendigsten bei mir. Mit dem Zug fuhr ich bis Rottweil, dann wurde marschiert bis Karlsruhe. Ich habe Arbeit gesucht, aber keine gefunden. Es gab halt bereits sehr viele Arbeitslose. Die Arbeitsuchenden mussten sich in einer Reihe aufstel­len und wurden gemustert wie Vieh. Die Hitlerjugend war bereits aktiv zu jener Zeit, und die Metzger getrauten sich nicht mehr, Fremde, vor allem aber Ausländer, einzu­stellen.

Dann gings weiter nach Strassburg, wo ich auf dem Arbeitsamt nachfragte: Ein Polizist drückte mir einen Stempel in den Pass mit einem französischen Vermerk, den ich nicht verstand, worauf er ihn mir übersetzte: „Darf in Frankreich keine bezahlte Stelle annehmen“. Trotzdem ging ich um Arbeit fragen, aber immer ohne Erfolg. Ich schlenderte in der Stadt herum, kam an einem Schlacht­hof vorbei und fragte auch dort nach Arbeit. „Ja doch, du kannst schon hier arbeiten“, wurde mir erwidert aber das war ein jüdischer Schlachthof und hier wurde geschach­tet! Zu Beginn merkte ich das gar nicht. Schächten ist in der Schweiz immer noch schwer verboten. Es hat mir grad gegraust wie hier gemetzget wurde. Bei uns ist man sich gewohnt, das Tier zu schiessen oder zu stechen, aber das Vorgehen, wie ich es hier mit ansehen musste, war nichts für mich. Ich blieb nur zwei Tage.

Dann ging ich an den Rheinkanal, half Kohlenschiffe mit Seilen ziehen. Arbeitslose konnten gegen ein Entgelt von einem Franken und einer Suppe pro Tag diese schwere Arbeit machen. Das verleidete mir aber bald und ich ging weiter. Ich kam an einer Kaserne vorbei, dort klopfte mir einer auf die Achsel und erkundigte sich, ob ich Freude habe am Militär, was ich bejahte. „Du bischt Schwitzger, du bischt Schwitzger, nicht wahr“, rief er in seinem elsäs sischen Dialekt, „Du bischt Metzger, gäll“. Irgendwie hatteer herausgefunden, dass ich Metzger war. „Komm ins Militär, in fünf Jahren bist du bereits Korporal“, aber darauf wollte ich mich nicht einlassen.

Ich kam fast ohne Geld nach Basel. Es war gerade die Mustermesse. Auch dort ging ich aufs Arbeitsamt, und sie sagten mir, dass Bell eben sechs Burschen einstelle, aber bis ich kam, waren alle Stellen vergeben. Ich schlich an der Mustermesse etwas um die Stände herum, hatte Hun­ger, degustierte hier eine Suppe, dort etwas Salami. So hatte ich wenigstens wieder etwas gegessen. Das Geld reichte nur noch zum Übernachten, dann war der Geldsäckel leer.

Dann traf ich wieder einen Mann, auch einen Metzger, der mich fragte, ob ich eine Stelle suche. „Geh nach Birsfelden, dort ist noch eine Stelle frei“. Er sei dort gewesen und der Meister habe gesagt er sei zu alt, er stelle ihn nicht mehr ein. So marschierte ich nach Birsfelden. Es war ein langer Weg, aber ich hatte ja kein Geld mehr für das Tram. Ich meldete mich bei diesem Meister und sagte ihm, dass ich einen Berner angetroffen hätte, der offenbar für diese Stelle zu alt sei. Der Meister aber klärte mich auf:  „Nein, nein das ist nicht deswegen, sondern als ich ihm alles zeigte, ging er hinter mir her immer mit dem Stumpen im Mund. Das hat mir nicht gepasst, darum habe ich ihn nicht eingestellt“. Ich durfte bleiben und sofort mit der Arbeit beginnen und auch dort schlafen. Der Lohn betrug 120 Franken pro Monat, so dass doch manchmal am Abend ein Bierchen drin lag. Dort blieb ich bis in den Sommer hinein, dann ging ich heim nach Mettmenstetten. Anschliessend arbeitete ich kurze Zeit im Wallis. Mit einem Kollegen ging ich dann erneut auf die Walz, diesmal nach Marseille und weiter nach Monaco. Auf der Hauptstrasse vor Monaco wurden wir von zwei Polizisten aufgehalten, die unsere Ausweise kontrollieren und uns einsperren wollten. Zum Glück hatte ich noch eine Fünfzig­frankennote, die ich aus den Hosen zog. „Ah, vous etes riche, bon voyage“ sagten sie darauf, klopften uns auf die Schultern und verabschiedeten sich. Es ging nach Genua und weiter nach Mailand. Geld hatten wir nicht mehr viel, schliefen unter den Bäumen in den Parks. In Mailand besuchten wir den im Papierhandel tätigen Bühler, einen alten Mettmenstetter. Bühler war Präsident des Schweizer Vereins in Mailand. Er kam damals fast jedes Jahr nach Mettmenstetten mit seinem grossen schönen Auto. Als ich ihm erklärte, dass ich aus Mettmenstetten sei, war er hoch erfreut. Er fragte uns, wo wir überall gewesen seien und wo wir übernachtet hätten. Wir getrauten uns nicht zu sagen, dass wir unter freiem Himmel logierten. Irgendwo auf dem Weg hatten wir mal ein Hotel «Zürich» gesehen und das erwähnten wir nun. Oh ja, der Hotelier sei ihm bekannt, antwortete er. Hätten wir doch zu erkennen gegeben, wie mausarm wir waren, er hätte sich sicher erkenntlich gezeigt. Mit diesem Bluff aber hatten wir nichts erreicht und nun auch keinen Franken mehr im Sack.

Zurückgekehrt trat ich im August 1930 eine neue Steile in Gattikon an, wo ich bis zur Rekrutenschule 1931 blieb. Nach dem Militär übernahm ich den Gasthof <Rössli> mit Metzgerei in Mettmenstetten von meinem Vater. Dem erwähnten Fabrikanten Bühler konnte ich jedes Jahr, einmal im Herbst, Blutwürste nach Mailand schicken. Ich brachte die heissen Blutwürste in einer mit Heu ausgeklei­deten Kiste auf die Bahn und schickte sie nach Chiasso, dort holte er sie ab und die Würste wurden noch am glei­chen Abend in Mailand verspiesen.»

 

Alfred Wettstein &#8211; Rund um&#8217;s Rössli

Das Gasthaus „Zum weissen Rössli“ auch „Hotel du Cheval blanc

Rössli Restaurant welch letztere Bezeichnung aus der Zeit um 1798 stammt, als Mettmenstetten als Hauptquartier der französischen Besatzungstruppen im heutigen Bezirk Affoltern figurierte.

Mein Grossvater Reinhold Wettstein, Bürger von Fällanden, damals wohnhaft in Zofingen, kaufte das „Rössli“ 1902 von Lebrecht Kocherhans von Mettendorf TG, der es 1881 von Hans-Jakob Vollenweider erwarb. Mein Vater, Alfred Wettstein geb. 1880, übernahm 1906 Gasthof, Metzgerei, Landwirtschaft. Er verpachtete Gasthof u. Landwirtschaft seinem Bruder Jakob Wettstein-Wüthrich bis 1922. Letzterer kaufte darauf das damalige Restaurant „Schützengarten“, später in Restaurant „Bahnhof“ umgetauft. Leider verstarb mein Vater am 5.Sept. 1934.

Alfred und Miggi Wettstein auf Hochzeitreise in Venedig 1938

Mit vereinten Kräften, dank meiner Mutter und meiner Frau Miggi Wettstein-Bösch, gelang es uns die schweren Zeiten, inkl. der Kriegsjahre 1939/1945 zu überwinden und auch das Renomée unseres Gasthofes zu erhalten und dank der gut geführten Küche meiner lieben Frau Miggi noch zu fördern.

Zum Bild: Alfred und Miggi Wettstein 1938 auf Hochzeitsreise in Venedig.

 

Sohn Alfred Wettstein-Bisang (Geb. 15.8.44) übernimmt im Jahr 1974 die gesamte Liegenschaft.Wettstein Family

 

 

Besitzer Gugolz 1800
Ein früherer Besitzer namens Gugolz soll sich um 1800 mit andern Ämtlern rebellisch gegen die Bevormundung durch die Stadt Zürich gezeigt und für zwei Jahre Kerkerluft verordnet erhalten haben. Unter dem Druck einer neuen Regierung soll man ihn, mit der Auflage einen Sack Weizen über den Albisgrat nach Hause zu tragen, freigelassen haben. Als Bewachung gab man ihm zwei Soldaten mit. Aber bei der „Fallätsche“ oberhalb Adliswil, soll er den Sack mit den zwei Bewachern hinunter geworfen haben und er musste darauf einige Zeit verschwinden. Inzwischen war die neue Regierung Meister geworden und belohnte den Rössli-Wirt damit, dass er den Spitalacker, wo heute die Kaserne steht, mit einer Juchart Weizen bepflanzen durfte (dies erzählte mir ein Herr Gugolz 82 Jährig ca. 1950, er war ein Nachkomme des besagten Wirtes Gugolz).

Tavernenrecht
Bis in die heutige Zeit besteht ein Tavernenrecht, es soll allerdings nach Nachfrage beim Notariat keine grosse Bedeutung mehr haben. Bis in den Zeiten des Weltkrieges 1939/1945 bestand noch der Zuname: „Herberge für Handwerks­burschen“. Als Andenken habe ich zwei Spazierstöcke, die auch als Schlagstöcke bei alkoholisierten Auseinandersetzungen der Gesellen verwendet wurden, behalten. Mein Vater und sein Bruder Jaques sollen den Streithähnen jeweils „geantwortet“ haben!

Joggeli Huber 1455 / Joggeli Frei 1468
Als ältestes Datum ist das Jahr 1455 vermerkt, wo im Rössli ein Joggeli Huber gewirtet haben soll. Ein anderer „Joggeli“ (Frei) kassierte eine hohe Geldbusse, weil er sich 1468 am Wädenswiler-Handel beteiligte.

In der Broschüre von 1984 „Die reformierte Kirche Mettmenstettten“, Geschichte und Gegenwart, ist anno 1468 ein Joggeli Frei genannt „Rössli-Wirt“ erwähnt, der an den Wädenswiler Unruhen gegen die Stadt Zürich teilnahm. Er wurde verhaftet und erst nach Zahlung einer hohen Geldbusse wieder frei gelassen.

Freiamt-Landgemeinde 1691
Anschliessend an eine Freiamt-Landsgemeinde am 2. Dezember sollen von den geladenen 30-40 Gästen, in der unteren Stube im Rössli: 26 Brote, Suppen, Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Fische, Krebse, Tauben, Schaffleisch, Hammen (Schinken), Bratwürste, Chüechli vertilgt worden sein.

Versammlung von Hitler-Sympathisanten im Rössli
Ein weiteres markantes Ereignis ist mir persönlich bekannt. Im Sommer 1938 fand eine grosse fast interkantonale Versammlung, resp. Auseinandersetzung im vollbesetzten Saal statt unter Regieführung eines Bernischen Grossrates. Der politische Siedepunkt bestand darin, dass Nazi-Deutschland unter Hitler, nacheinander sozusagen kampflos, Österreich und die Tschechoslowakai eingenommen hatte und daran war auch Polen zu überfallen.

Viele Schweizer bekamen Angst und glaubten nur ein freiwilliger Anschluss an das dritte Reich, sei unsere Rettung. Der grösste Teil der Schweizer und Schweizerinnen war aber anderer Meinung. Es kam zu heftigen Debatten so auch bei uns. Unser alter Feuerwehrkommandant Heiri Vollenweider (Jogge Beni) gab mit kräftiger Stimme bekannt: Wenn diese Anhänger eines Anschlusses ans Deutsche Reich nicht sofort den Saal räumen, stehe ein Hydrant mit 10 Atmosphären Druck bereit. Es ging knapp an einer grösseren Schlägerei vorbei. Der „Feind“ räumte den Saal. Ein grosser strammer Herr postierte sich vor der Saaltüre und wollte niemand hinaus lassen, seines Zeichen’s Advokat aus Zürich namens F. Frick. Seine Vorfahren stammten aus Knonau u. Maschwanden.

Anlässlich meines Militärdienstes 1942 traf ich diesen nun Herr Oberst anlässlich eines Rapportes, ich war ihm für ein paar Tage anl. der Manöver zugeteilt mit 40 Mann und 3o Train-Pferden. Auf die Frage, dass wir uns doch kennen müssten, verneinte er das kategorisch (Erinnerung an 1938). In einem späteren Prozess wegen Kontakten mit Nazi-Deutschen in seinem Anwalts- Bureau, klagten ihn die Kabarettistin Elsi Attenhofer und die Schauspielerin Annemarie Blanc (Gilberte der Courgenay) an. Ich unterstützte die Beiden mit meiner Feststellung. Der Prozess wurde gewonnen, trotz Beteuerungen des Obersten-Sohnes (der ja damals noch den Nachthafen-Ring am Hintern hatte) sein Vater sei unschuldig.

Mettmenstetten, den 17.September 1998

Signature AWettstein

 

 

Chronik des Gasthauses zum weissen Rössli, Mettmenstetten

1455 Ein J. Huber erstmals als Besitzer erwähnt.
1458Besitzer J. Frei gebüsst wegen Teilnahme an Unruhen in Wädenswil.
1530Erstmals als Taverne erwähnt.
1690H. Ulrich Gugolz ist als Wirt erwähnt
1799Hauptsitz der französischen Besatzungstruppen, daher wohl der Name „Hotel du Cheval blanc"
1840Ab ca. 1840 ist Kaspar Syz, Knonau, für längere Zeit Eigentümer des Rössli. Syz. Er baute auch den Tanzsaal.
1864Gründung des Kranken-Unterstützungsvereins (Tafel in Gaststube).
1881J.H. Vollenweider verkauft das Rössli an Lebrecht Kocherhans von Mettendort (TG) zum Preis von Franken 32'000.-
1902Lebrecht Kocherhans verkauft das Rössli an Reinhold Wettstein, Zofingen zum Preis von Franken 70'000.-.
1906Reinhold Wettstein verkauft das Rössli an Sohn Alfred Wettstein-Buchmann (Gasthof, Metzgerei und Landwirtschaft)
1922Aufhebung als Herberge für Unterkunft und Verpflegung durchreisender Handwerksburschen (genannt „Kundi“). Die Herbergs-Kosten wurden jeweils durch die einheimischen Handwerker und Gewerbetreibenden übernommen.
1928/29Innen- und Aussenrenovation. In Küche neu Kohlen- statt Holz-Herd. Einbau feste Theaterbühne
1934Tod Alfred Wettstein-Buchmann (1880 - 1934)
1938Grosse Versammlung von Patrioten, grosse Zahl von angereisten „Fröntlern“ - beinahe Massenschlägerei.
1939-1945Kein Tag ohne militärische Einquartierungen - zeitweise Strohlager im Saal.
1958Im März übernimmt Alfred Wettstein (Jg. 1911) das Rössli mit allen Aktiven und Passiven aus der Erbgemeinschaft - Mutter Fanny-Wettstein-Buchmann, den Schwestern Fanny Born-Wettstein und Clara Grimmer-Wettstein.
1961-1964Innen- und Aussen-Renovation (u.a. neue Fremdenzimmer mit 16 Betten), neue Küche, Metzgerei, neues Schlachthaus mit Gefrierraum. Einbau von Pferdeboxen in beiden Scheunen.
1962Tod von Fanny Wettstein-Buchmann (1881 - 1962).
1974Käufliche Übernahme des Betriebs durch Alfred Wettstein-Bisang (Jg. 1944) mit zwei Scheunen, Garten, Baumgarten und Schlachthaus.
1995Eröffnung einer Bar im Untergeschoss

Alfred Wettstein-Bösch – 4. Juli 2005

 

Tännstöörli-Wätter

Diese Anekdoten stammen aus der von Hans Huber-Hegglin 1991 erstellten Gemeindechronik.  

JB2013-1Vor der Güterzusammenlegung in Mettmenstetten standen die Scheunen der Bauern noch im Dorf und die Miststöcke dufteten nahe der Strasse vor sich hin. Es rieche nach «Eau de Cologne Suisse» witzelten je­weils die Verwandten aus Zürich, wenn sie auf Besuch kamen. Manchmal, an garstigen Regentagen oder im Winter, wenn kein Mensch auf dem Feld arbeitete und die Frauen zu Hause in der Stube strickten, werkelten die Bauern in der Scheune herum und flickten da und dort etwas, was nicht mehr niet- und nagelfest war. Wenn es nichts mehr zu tun gab, stellten sie sich hinter das einen Spalt offene Tennstörchen, um zu sehen, was sich in der Nachbarschaft und auf der Strasse so tat. Dann eben herrschte «Tännstöörliwätter». Oft trafen sich zwei oder drei Nachbarn zu einem «Kafi avec» und diskutierten dabei über Gott und die Welt. So blieb manche lustige Geschichte von frühe­ren Dorforiginalen erhalten, wurde über Generatio­nen weitergegeben und wohl manchmal noch etwas ausgeschmückt. Aus alten Zeiten haben sich Sagen überliefert, die zwar nicht nachprüfbar sind, aber meist mit wenigstens einem Körnlein Wahrheit.

Das Wildental (Cheibetobel)

Das einsame Bachtobel im Osten unserer Gemeinde mit seinen geheimnisvollen, versteckten Lichtungen und unwegsamen Stellen soll zu Zeiten der Christen-Verfolgung flüchtenden Hugenotten als Zufluchtsort gedient haben. Die Einheimischen nannten die Fremden, von denen sie sich respektvoll fernhielten, „die Wilden“. Die gleiche Gegend heisst heute im Volks­mund „s’Cheibetobel“. Damit ist nicht die Anwesen­heit der Verfolgten oder irgendwelcher Geister ge­meint, sondern der Grund dieser Bezeichnung liegt darin, dass im Wildental früher alle toten Hunde ver­graben wurden. Hunde nannte man im Mittelalter landläufig „Cheiben“.

Der Bruderrain am Homberg

Am Homberg, oberhalb des Gutes Freudenberg, liegt ein Waldabhang, genannt «Bruderrain». Von dem her geht die Sage, hier hätten einst mehrere «Waldbrü­der» gelebt, welche die Gabe besassen, Kranke durch Handauflegen und allerhand Kräutersude heilen zu können. Anfangs dieses Jahrhunderts sollen Mauerreste dieser Klause sichtbar gewesen sein. Auch von einem Bibernuss-Strauch ist die Rede, den die Eremiten gepflanzt hätten und dessen Nüssen, zubereitet mit Kräutern und Früchten, eine heilsame Wirkung bei allerhand Krankheiten zugeschrieben worden sei (wurde hier etwa das Birchermüesli erfunden?).

Der Loo-Schang

Vom Schang, der im letzten Jahrhundert im Oberdorf auf einem Bauerngütchen aufwuchs, weiss man noch, dass er zwar bärenstark und klobig, aber im Innersten äusserst empfindsam war. Er konnte es vor allem nicht ertragen, wenn ein Fuhrmann seine Tiere schlug. So soll er einmal einen «Chaari», der nach einem aus­giebigen Wirtshausbesuch mit der Peitsche wild auf seine Pferde einschlug, vom Bock heruntergeholt und spitalreif geschlagen haben. Er war mit vierzig Jahren noch ledig und hatte, da er etwas verwildert aussah, bei der Suche nach einer Frau seine liebe Mühe. Ein­mal schien es zu klappen. Er wagte es, seiner Angebe­teten einen nächtlichen Besuch abzustatten. Schon von weitem sah er, dass im Hause noch Licht brannte. Von der Scheuneneinfahrt her konnte er in die Stube blicken. Was er da sah, gefiel ihm gar nicht. Da sassen doch drei Burschen aus einem Nachbardorf am Tisch bei Kaffee und Bätziwasser und schäkerten mit der Frau seiner Träume. „Wartid, ihr Cheibe“ brummte Schang, holte aus dem Tenn einen Bindbaum (eine dicke, etwa fünf Meter lange Holzstange, die früher auf das Heufuder gebunden wurde, damit es zusam­menhielt) und kletterte mit diesem Requisit aussen auf die Holzbeige vor den Stubenfenstern. Mit aller Kraft stiess er nun den Baumstamm durch die Fensterschei­be hindurch unter den Tisch, an dem die Rivalen sas­sen. Dann hängte er sich aussen an die Stange. Der Tisch samt Kaffee, Schnaps und Kuchen wurde durch die Hebelwirkung mit Getöse vom Boden abgehoben und kippte samt den Stühlen und den darauf sitzen­den Leuten in die Ofenecke. Die zu Tode erschrocke­nen Burschen sollen später erzählt haben, sie hätten geglaubt, das jüngste Gericht sei über sie gekommen. Der Loo-Schang aber musste weiter nach einer Frau suchen.

Der Öler vom Oberdorf

Im Oberdorf, nahe der Linde, lebte im 15. Jahrhun­dert ein «Öler». Er betrieb eine weit herum bekannte Ölpresse. Die Bauern brachten ihm Lewat (Raps), da­mit er ihnen daraus Öl presse. Dabei habe er die Leute schamlos betrogen, indem er jeweils einen Teil des Öls für sich selbst abzweigte, um es heimlich zu verkaufen. Nach seinem Tod musste er denn auch zur Geisterstunde aus dem Grab steigen, zur Öltrotte wandeln und dort die Spindel der Presse drehen. Da­bei entstand jeweils ein schauerliches Ächzen und Quietschen, das die Nachbarn mitten in der Nacht aufschrecken liess. Einer habe sich einmal ein Herz gefasst und sei nachts in die Ölmühle geschlichen. Angesichts des Menschen habe sich der Öler augen­blicklich in einen schwarzen Hund verwandelt, der heulend und winselnd das Chilewägli hinunter zum Friedhof gelaufen und dort auf Nimmerwiedersehen verschwunden sei. Huch!

Der Schimmelreiter von Herferswil

Im Hof Buchstock, auf der Nordseite des Hombergs, lebte anfangs des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des Kirchenneubaus von Mettmenstetten, ein reicher Mann, «Rychner» genannt. Er leistete einen grösseren Bei­trag an den Neubau und soll auch eine der neuen Glocken gespendet haben. Gleichzeitig stellte er aber die Bedingung, dass immer erst zum Gottesdienst ge­läutet werden dürfe, wenn ihn der Sigrist mit seinem Schimmel oben beim Paradies heranreiten sehe. Weil dies oft mit grosser Verspätung geschehen sei, hätten die Kirchgänger stets auf den überheblichen Rychner warten müssen. Zudem habe er verlangt, dass alle in die Knie gehen müssten, wenn er die Kirche betrete. Nach seinem Tod, so behaupteten viele Mettmenstetter, sei ihnen der Schimmelreiter in Vollmondnächten erschienen. Andere sprachen von einem „Stifeliryter“, der bleich und hohlwangig, jeweils bei Vollmond nachts zwischen zwölf und ein Uhr zur Kirche reite und dann auf der „Pfrundenmatt“ seine Runden drehe, wie in einem Zirkus.  

Dachelsen einst _ Dachlissen heute

Diese Informationen und Anekdoten wurden von Rosmarie Angst anlässlich der 900-Jahrfeier Mettmenstetten zusammengetragen. Rosmarie wurde 1945 als drittältestes Kind der Familie Geissbühler im Eigi geboren.  

Seite noch in Bearbeitung. 

Dachelsen einst

Im Buch Stonehenge im Säuliamt von Richard Walker Mai 2007 sind zwei Objekte in Dachlissen aus der Zeit vor unserer Zeitrechnung beschrieben.

  • Standort 1: Rembrig, längeres stark im Unterholz des Waldrandes verstecktes lückenhaftes Alignement. Der erste Block ist ein Lochstein. Er ist der einzige dessen Loch nicht durchgehend ist. Am 23. März leuchtet die Sonne den Boden des Loches aus.
  • Standort 2: Eigi, kurzes, ca. 10 m langes Alignement mit ungefähr acht grossen Blöcken. Es verläuft etwa in West-Ost-Richtung, knapp innerhalb des Waldes und parallel zum Weg.

Im historisch-biografischen Lexikon der Schweiz 1929 wird Dachelsen wie folgt beschrieben: Schul + Zivilgemeinde, kleines Dorf, Flachgräber aus der Latène-Zeit. 1232 erhält das Kloster Kappel durch Tausch von Engelberg Besitzungen zu Tachlishovin = Hof des Tachel, Eigenname, 1277 verkauft das Kloster Murbach Zehnten zu Tachelshoven. Auch die Herren von Hünaburg hatten 1309 Besitz zu Tachlishoven.

Zitat aus der Zürcherzeitung Freitagsausgabe Nr. 43 1824: Eine beginnende neue Strassenanlage von Zürich nach Luzern über Albisrieden – Landikon – Wettswil – Bonstetten – Hedingen – Affoltem – Dachelsen – Untermettmenstetten nach Knonau, die statt über den Albis hinter den Tälern des Ütlibergs verläuft wird, wenn sie einst vollendet sein wird, nicht nur angenehm für die Reisenden sein, sondern durch die erleichterte Communication, der hinter dieser Bergkette gelegenen Teile des Kantons mit der Hauptstadt vielfachen Nutzen herbeiführen. Die direkte Verbindung wird ab 1. Oktober 1842 wie folgt unterhalten:

  1. durch 2-spännige Postchaise Sonntag, Dienstag + Freitag Knonau ab 4 Uhr morgens Zürich an 8 Uhr, Zürich ab 4 Uhr abends, Knonau an 8 Uhr abends. Fahrpreis Fr. 1.60
  2. durch Fussboten Montag, Donnerstag und Samstag. Dem Boten dürfen nur Briefe mitgegeben werden.

In Dachelsen befand sich damals eine Postablage im Hause Spinner (Nähe Linde, wurde 1919 abgebrochen). Mit der Eröffnung der neuen Strasse Affoltern – Mettmenstetten wurde der Postkurs über diese geleitet. Dachelsen blieb noch einige Jahre Aufgabestelle. Anfang der 1970er Jahre wurde sie ganz aufgehoben.

1839 eigene Schulgemeinde mit Schulhaus. Während das Dorf eine zusammengezogene Namensform erhielt, behielt das in Zürich und Bern verbürgte Geschlecht Tachselhofer, Dachseihofer die volle Form. Dachseihofer, Daxelhofer, deren Name von Dachelsen herstammt, stellte mehrere Zunftmeister der Gerber. Wappen in Gold oder Rot ein silbernes Gerbermesser mit goldenen Griffen, belegt mit schwarzer Dachspfote.

Die Eisenbahn führt ein kleines Stück durch Dachlissen. Am Montag 30. Mai 1864 verkündete Kanonendonner einen festlichen Tag. Die Bahnstrecke Zürich – Zug – Luzern wird eingeweiht. Dachelsen beteiligt sich mit Fr. 3’000.-. In Dachelsen wird 1901 ein Konsumdepot eröffnet, über das wenig bekannt ist. Es hat vermutlich mehrmals den Standort gewechselt. Im Jahre 1910 befand es sich im Hause Josef Küng (Dachlissen 28/30).

Im Handelslexikon von Heinrich Weber 1873 lesen wir: Dachelsen gehört zur Pfarrei und pol. Gemeinde Mettmenstetten und umfasst ausser dem Dorf noch Eigi und Neu-Eigi mit 200 Einwohnern, die sich mit Ackerbau, Viehzucht, mit Winden und Weben der Seide beschäftigen. Etwas Weinbau und mit bedeutendem Obstwachs. Dachelsen, das Dörfchen mit 16 Wohnungen liegt an der Landstrasse Ottenbach – Mettmenstetten. Gewerbe: ein Drechsler (Dachlissen 15), ein Kappenmacher (Dachlissen 76).

In der 6. Klasse durften wir mit unserem Lehrer Hans Meier bei den zahlreichen Marksteinen einen kurzen Holzpfahl einschlagen und ein weisses Täfelchen aufnageln. Die Vermessung erfolgte im Frühling 1957 durch luftfotogrammetrische Aufnahmen. Die Meliorationsgenossenschaft kaufte in Dachlissen das Land von zwei Bauernhöfen (H. Eichenberger/ O. Siegrist) für neue Wege und Strassen. Das Land für die Autobahn wurde während der Gesamtmelioration ausgeschieden. Am 6. Februar 1961 genehmigte die Gemeindeversammlung Mettmenstetten den Zonen- und Bebauungsplan. Der Kanton kaufte die Gebäude, die dem Bau der Autobahn weichen mussten. Durch die Kleeblattinitiative wurde der Bau der N4 verzögert. 1990 wurde die Initiative abgelehnt. Am 13. November 2009 konnte die Autobahn eröffnet werden. In Dachlissen stehen sieben Bauernhofsiedlungen (gebaut 1964-67). Im Dachlissermoos sind vier Siedlungen entstanden, drei Familien aus Dachlissen und Unsere aus dem Eigi (alles Berner- Bürger).

Erst seit 1981 gibt es die Ortstafeln Dachlissen. In den 70er, 80er und 90er Jahren sind die zum Teil leerstehenden Scheunen in Wohn- und Geschäftshäuser umgebaut worden. Das erste Mehrfamilienhaus (Dachlissen 90) ist 1992 gebaut worden. Es sind auch einige schöne Neubauten, die gut ins Dorf passen, erstellt worden. Dachlissen 56 (gebaut 1995-96), wo wir seit 6 Jahren wohnen, ist auch ein Objekt „aus alt wird neu“. Zurzeit entsteht in Dachlissen 7 ein Mehrfamilienhaus. Laut Einwohnerkontrolle leben in Dachlissen ca. 130 Personen, Im Eigi ca. 20 Personen, in den Aussenhöfen ca. 30 Personen. In den letzten 200 Jahren hat sich die Einwohnerzahl nicht vergrössert.

Jetzt sitze ich auf der von meinem Mann Werner Angst im Auftrag vom WM neu gezimmerten Bank bei der Linde, sehe die Berge und den Kirchturm von Mettmenstetten. Niemand kann mir sagen, wie alt die Linde ist. Übrigens ist sie auf dem Titelblatt der Festschrift 100 Jahre WM. Hier haben wir uns immer für den Räbeliechtliumzug und Schulsylvester besammelt. Seit 1972 werden da die Kinder vom Schulbus abgeholt. Zuerst von F. und O. Vollenweider und seit einigen Jahren von B.+ P. Haller. Seit Juni 2015 ist Dachlissen mit einem Trottoir mit Obfelden verbunden. Ja, Dachlissen ist auch heute lebenswert. Das sagen auch die jungen Familien und Leute aus den Dienstleistungsbetrieben sowie der Landwirtschaft.

Gespräch mit Rösli Urmi-Frick (Jg 1922)

Bis ca. 1920 gab es in Neu-Eigi ein Restaurant zur Taube. Rösli Urmi -Frick, geboren 1922, erzählt mir folgende Geschichte:

„Mein Vater, geboren 1885 in Dachelsen, im Hause, wo die Civilgemeinde geleitet wurde (Dachlissen 3+5), kaufte die Liegenschaft mit kleiner Scheune, Wohnhaus mit Gaststube ca. im Jahre 1911 (Eigi 9). Leider verstarb seine Frau Luise nach einigen Ehejahren und der Vater gab das Wirten auf. Später heiratete er Rosa Gut aus Obfelden, meine Mutter.

Die Primarschule besuchte ich in Dachlissen bei Wilfried Hess, den Nähunterricht in Mettmenstetten. Auf dem Heimweg kaufte ich in der Handlung Gottfried Müller- Weiss ein (Eigi 1). Neben Lebensmitteln gab es auch Petrol, Schnur, Zündhölzer usw. Gottfried war Schumacher. Er verkaufte auch eingekaufte Schuhe. Die Einwohner von Eigi und Dachlissen machten am Sonntag nach dem Kirchgang ihre Einkäufe. Vor dem 2. Weltkrieg musste der Laden geschlossen werden, weil das Sonntagsverkaufsverbot eingeführt wurde. Hermine Müller verkaufte später ihre Hutkreationen. Frau Anna Chollet – Müller war jahrelang mit mir zusammen Barrierenwärterin. Mein Vater war noch Strassenwärter vom Eigi bis zur Sennhütte Toussen. Auf unserem kleinen Heimetli war alles Handarbeit, die Kühe waren unsere Zugtiere. Nach der Schule war ich Mädchen für alles, arbeitete als junge Frau in der Seidenweberei Mettmenstetten. Von Hausen wurden die grossen Zettelrollen gebracht, die auf die Webstühle eingefädelt werden mussten, eine Arbeit mit vollster Konzentration. Das Angebot, mich in England weiterzubilden lehnte ich dankend ab. Wenn ich um 22 Uhr von der Schicht kam, fragte mein Vater: „Wie sind die Strassen?“ War der Schnee gefroren und eisig mussten wir noch mit dem Handkarren Kies ausstreuen. Gepfadet wurde mit zwei Pferden von Max Suter. Mein Vater erzählte mir auch vom Rebbau am Räbhoger. In der Zeit von 1800 pflanzten Dachlisser Bauern Reben an, gleichzeitig bauten sie das Räbhüüsli. Wieviel Wein in den 120 Jahren gekeltert werden konnte, wusste er nicht. In den 20er Jahren wurden die Rebstöcke entfernt. Das Hüttli war am Verlottern und es wurde dem WM verschenkt. Bewohner von Dachlissen und Mitglieder vom WM stellten es wieder in Stand. Jeden Sommer hat der WM seine Sitzung im Räbhüttli. 1949 heiratete ich Ernst Urmi aus Knonau. Unsere 3 Kinder sind in der Zwischenzeit erwachsen. Mein erster Sohn, Jg 44, verunglückte im Frühjahr 1969 tödlich.

Mitte der 50er Jahre schafften wir uns einen Fernseher an. So wurde unsere Stube viele Abende zum Heimkino der Eigibewohner. Am 15. April 1960 schauten wir gebannt die Trauerfeier von General Guisan. Am Sonntag kamen die Kinder um Fury und Lassie anzuchauen. Anschliessend spielten sie im Garten. Auch ohne Gastststube war Betrieb im Haus. 1972 lernte ich zusammen mit meiner Tochter Monika Autofahren. Mein erstes Auto war ein Simca, nachher fuhr ich immer Mitsubishi. Ich machte viele Fahrten mit alten Bewohner/innen aus Eigi, Dachelsen und Mettmenstetten. Dem Autobahnbau, dem auch meine Nachbarhäuser weichen mussten, erlebte ich hautnah. Jetzt rollt der Verkehr. Ich bin zufrieden mit meinen 93 Jahren und freue mich, wenn Besuch kommt.“

ln Röslis Stube hängt eine Ehrentafel mit Uhr: „45 Jahre treue Dienste Samariterverein Mettmenstetten 2001.“

In den Kriegsjahren 39-45 wurde das Dachlisser-Moos entwässert. Das entstehende Kulturland wurde weiterhin von den Besitzern bestellt. Weizen wurde selten angebaut, eher Kartoffeln, Rüben, Hafer, Drescherbsen, Tabak und Mais. Auf den Kunstwiesen wurde Heu und Emd geschnitten. 1956 -1965 wurden die Güterzusammenlegung und die Grundbuchversorgung durchgeführt. Der Bauernhof von unserem Vater in Eigi bestand aus 4 Teilen Wald und 13 Parzellen.

Persönlichkeiten 

(Rosmarie Angst aus spannenden Gesprächen mit Dorfbewohnern)

Heinrich Gubler 1901 im Eigi geboren, kennen wir als Landwirt. Er amtete in vielen Gremien, z.B. als Leiter der Entwässerungsgenossenschaft Dachlissen-Moos und als Betreibungsbeamter.

Ernst Heiniger 1922, seine legendäre Abfallentsorgung in Dachlissen, Herferswil, Rossau, Mettmenstetten von 1959 – 1968 ist sicher noch vielen Bewohnern bekannt. Der Brückenwagen mit Aufsatz, an der Deichsel die beiden Pferde und die Glocke. Seine Pferde zogen auch oft die Hochzeitskutsche. Am Turnfest 1974 durfte er den „Stapi“ aufs Festgelände fahren. Seine schönsten Fahrten waren aber bestimmt am Sächsilüüte.

Gottlieb Weiss im Eigi auf einem kleinem Bauernhof aufgewachsen, war lange als Barrierenwärter tätig. Er war etwas gwunderig und mit seinem Damenfahrrad viel unterwegs. Seine Fahrradkünste waren bekannt, so holte er den Schnaps nach dem Brennen mit dem Velo ab, den Schnaps auf dem Gepäckträger, das leere Fass auf der Schulter. Bei seiner Scheune klemmte er die Deichsel vom Brückenwagen unter den Arm, stieg aufs Velo und jetzt los über die Strasse und den Bahnübergang in sein Land.

Hans Schenkel aus Dachlissen, chauffierte von 1956-1995 Brot, Backwaren, Lebens- und Futtermittel für den LMV. Zwei Mal pro Woche ging die Tour auch nach Dachlissen. Wer bei Linda Küng etwas vergessen hatte, konnte bei der zweiten Haltestelle E. Gerber oder im Hinterdorf nochmals einkaufen.

Jumpfer Kohl wohnhaft in (Dachlissen 96) kam Ende der 30er Jahre als Weissnäherin ins Dorf. Sie war Störnäherin in guten Häusern in Mettmenstetten. Ihre Hemden nach Mass waren bekannt. So wurde sie etwa am Abend von Herrn Kyburz im Cadillac nach Hause gebracht. Sie hatte ein grosses Allgemeinwissen, war naturinteressiert, wusste wo die Tiere im Wald wohnen. Sie trug immer lange dunkle Kleider, die blauen Stoffschuhe waren Sommer und Winter an ihren Füssen. Nur im tiefsten Winter trug sie wollene Strümpfe und den dicken handgestrickten Umhang. Das Brennholz suchte sie mit dem alten Leiterwägeli immer selber zusammen. Wenn ihr ein Nachbarskind Holz brachte, schenkte sie ihm immer zwei Täfeli schwarze Schokolade. 1961 zog sie in ein Altersheim in den Kanton Schwyz.

Paul Müller (1930): Im kleinen Schöpfli bei der Linde entstand in den 50er Jahren seine Velowerkstatt. Die Dreigang-Modelle baute er selber zusammen. Es konnten bei ihm auch alle Ersatzteile gekauft werden. Mit Schoggi, Guezli, Raucherwaren, Glühbirnen und Sicherungen konnte man sich bei ihm im Wohnhaus eindecken. Der Veloanhänger, eine leichte Konstruktion Eigenmarke Müller fand im Dorf guten Absatz. Paul betrieb seine Werkstatt in der Freizeit, er arbeitete in Zürich. Das Auto von Paul war Mitte der 50er Jahre die Sensation, das Cabrio Studebaker mit sieben Plätzen. Auf Anfrage führte er Ausfahrten aus. Als das Auto nicht mehr fahrtauglich war, wurde es in einen Güllenwagen Marke Müller umgebaut.

Grossfamilie Häfeli: In den 40 er Jahren zog die Grossfamilie Häfeli nach Dachlissen (54). Sie waren Fahrende. Der Vater konnte Feuer speien. Sie hatten ein dreiräderiges Vehikel, mit dem sie ihre Schiessbude und das von Hand getriebene Karussell zu den Schauplätzen brachten. 1947 zogen sie weiter.

Schmid-Heiri: Der Schlittelweg im Hinterdorf führte beim Schmid-Heiri vorbei. Er schaute, dass genügend Schnee auf der Strasse lag. Seine Frau Hedi streute immer wieder Asche. Die scharfe Kurve mit dem grossen Stein sicherte A. Aeschlimann mit einem Strohballen.

Lina (Lynn) Tscharner, Dachlissen 112: Im Gespräch mit Lina Tscharner zeigt sie mir eine Luftaufnahme von Dachlissen, die von Lehrer Hans Meier ca. 1960 gemacht wurde. Sie zeigte auch den Ausweis zur Ausübung der Bahnpolizei. Bis am 31. Mai 1983 hat sie Barrierendienst gemacht. Ab 1. Juni 1983 wurde der Bahnübergang automatisiert und das gehört nun auch schon wieder der Vergangenheit an.

Seit 1967 betreibt sie ihren weitherum bekannten Kostümverleih und als zweites Geschäft verkauft sie seit 1989 Schaumstoff nach Mass. Die ersten Kostüme habe sie gekauft und viele selber hergestellt. 2004 wurde das Geschäftshaus gebaut und sie hofft, dass sie noch möglichst lange die Kostüme vermieten kann.

 

Begebenheiten

Motorisierung: Ende der 40er Jahre begann die Motorisierung. Wo knatterte wohl der erste Traktor? Sofort sind Namen wie Otto Buchmann, Rudolf Gerber gefallen. Hansruedi, Jahrgang 1942 bestätigt ja Marke „Willy“ mit Holzvergaser. Einmal mussten wir im Moos sofort dürres Holz für den Antrieb des Traktors sammeln, sonst wären wir nicht mehr nach Hause gekommen. Auch in der Teufi (heute Dachlissen 31 und 33) befand sich in dieser Zeit ein Hürlimann zum Ankurbeln. Heute steht er, Jahrgang 35, restauriert auf dem Kappelhof.

Im Eigi stand 1950 bei Adolf Moser ein schwarzer Citroen. Im Dorf war Max Suter 1952 der erste Autobesitzer. Lothar Schnellmann fuhr 1954 ein DKW mit Ladefläche. Mit zwei Pferden oder meistens mit dem Traktor wurde die fahrbare Dreschmaschine in die Scheune gebracht. Oskar Lang betreute sie viele Jahre, er war als Helfer im Dorf gefragt. Am Dreschtag war es für die Hausfrauen streng, Znüni, Zmittag und Zvieri vorbereiten. Zum Dreschen brauchte es immer 4-8 Personen (Nachbarhilfe). So sassen gut 12-15 Personen am Mittagstisch. Die Kinder wurden dem Alter entsprechend eingesetzt.

Migros – Verkaufswagen: Der Migros-Verkaufswagen bot Ende der 40er bis in die 70er Jahre die Möglichkeit, in Dachlissen einzukaufen.

Platzkonzert vom Musikverein Mettmenstetten:

Jedes Jahr im Herbst freuten sich die Dachlisser am Platzkonzert vom Musikverein Mettmenstetten (Nähe Dorfbrunnen 1935). Zuerst wurde die elektrische Beleuchtung mit Strom vom Nachbarhaus eingerichtet. Das gemütliche Zusammensein der Zuhörer, die Bewirtung der Musikanten mit den mitgebrachten Esswaren und Getränken ist bestimmt noch in guter Erinnerung.

Fahrbare Bühne für die Waldfeste:

Für die Waldfeste in der 50er Jahren baute der MV eine fahrbare Bühne 8 x 10 m unter dem Diktat von Ernst Buchmann. Die Arbeit dauerte mehr als 1 Jahr, alles in Fronarbeit. Absperrgitter- und Tränkebau Adolf Moser, Eigi:

Der Absperrgitter- und Tränkebau Adolf Moser, Eigi, Ende der 40er bis in die 60er Jahre ist für viele ein Begriff. Es wurde in die ganze Schweiz und ins nahe Ausland geliefert (3-6 Arbeitsplätze). Die Tränkebecken Patent Moser wurden bis Anfang der 80er Jahre hergestellt.

Mähdrescher und Ladewagen:

In den 60er Jahren war die grosse Revolution der Mähdrescher und der Ladewagen hielt Einzug.

Vereine und Genossenschaften in Dachlissen

Feldschützenverein Dachlissen

1901 Gründungsjahr, 1986 Fahnenweihe. Die Endschiessen, schon lange mit Frauenbeteiligung, mit dem lustigen Absenden im Schützenhaus sind sicher noch vielen in guter Erinnerung mit Quiz, gutem Essen, Musik und Tanz. Bis nach Mitternacht war Betrieb. 1996 Fusion mit Feldschützen Mettmenstetten.

Armbrustschützen Dachelsen

In einigen Häusern hat es bis heute eine Armbrust. Sie wurden zum Teil in der Dreherei Frick hergestellt und die Pfeile bis in die 50er Jahre dort gekauft. Der Lehm für den Tatsch 55/55 wurde im Moos gestochen. Die Scheiben (Durchmesser schwarz, 10 cm und Durchmesser äusserster Kreis 40 cm) wurden mit Tusch auf weissem Papier sorgfältig ausgeführt. Am Ostermontag und an den sechs darauffolgenden Sonntagen wurde geschossen. 07.30 Uhr war Beginn. acht Knaben schossen je zwei auf eine 3er Scheibe. Der Läufer holte die Pfeile und steckte sie in das Brett mit der Punkteskala. Jeder Schütze nahm seinen Pfeil und meldete die Punktzahl dem Schützenmeister. Am Pfingstmontag auf der Reise durfte der König die Fahne tragen (Rütli, Zugerberg, Rigi). Je nachdem, wo der Leiter wohnte, wurde im Eigi, bei Urmi, bei der Linde oder A. Zemp geschossen. Zwölf Armbrustschützen mit Fahne standen dem Schützenmeister H.R. Frick bei der Hochzeit Spalier. Bei V. und A. Frick bestaune ich einen Becher mit der Inschrift: Armbrustschiessen 1991 2. Rang Karin Frick. Somit wurde der Anlass auch für Mädchen offen. Seit Ende der 90er Jahre findet der Anlass nicht mehr statt.

Feuerwehr Eigi und Dachlissen (aus der Erinnerung von Rosmarie Angst)

Eigi hatte einen Löschzug (8-10 Mann, Rosa Moser Sanität). Im Schprützehüsli Schlauchwagen mit Übungs- und Ernstfallhaspel, Feuerwehrleiter, verschiedene Wenderohre usw. Es war spannend an den Übungen, das Einstehen, Loslaufen mit dem Wagen, die Befehle und die Durchsagen. Wir durften lange aufbleiben. Die Hauptübung im Herbst wurde immer in Dachlissen durchgeführt. An einem Objekt im Dorf wurde der simulierte Brand gelöscht, die eingeschlossenen Personen gerettet usw. Das traditionelle Schübligessen fand anschliessend bei E. Gerber oder E. Kleiner statt. Die Dorfbevölkerung durfte den Spezialfüürwehrschüblig kaufen. In den 70er Jahren wurde Eigi mit Dachlissen zusammengeschlossen, bestehend aus Löschzug, Rettungs-, Verkehrs- und Elektrokorps. Die Uebungen der einzelnen Gruppen wurden in der Halbzeit durch einen gespendeten Drink und den obligaten Kaffi avec unterbrochen. Ende 1995 wurden alle Feuerwehrdepots in den Aussenweilern geschlossen. Am 1. Januar 1996 trat der Feuerwehrzweckverband Knonau Süd in Kraft. Wer weiterhin Feuerwehrdienst leisten wollte, wurde neu eingeteilt. 

Bindemähergenossenschaft Dachelsen

Pioniertat 1952. Die erste Aussprache, einen Bindemäher auf genossenschaftlichem Weg anzuschaffen, fand Echo bei den Bauern. Der Herkules – Stabbinder fand die meisten Anhänger. Preis Fr. 5’200.-. Die Finanzierung erfolgte pro ha Landbesitz. Als Maschinenführer stellte sich Paul Müller zur Verfügung. 6.8.1952 Vorstandssitzung. Präsident E. Heiniger, Kassier E. Sidler, Aktuar E. Kleiner. Pro ha musste Fr. 32.- bezahlt werden, pro Arbeitsstunde für die Maschine Fr. 4.-, für den Maschinenmeister Fr. 5.–, Garn pro Are Rp 20.13.8.1952 Versammlung. Die erste Saison des Bindemähers befriedigte. 6.6.1953 1. General­versammlung. Einladung erfolgte durch Anschlag an der Hüttentüre. Die Statuten wurden gutgeheissen. Es wurde über die neue Saison orientiert. So entstand in Windeseile eine bis heute tragende Genossenschaft. Seither wurden viele Maschinen angeschafft. 1957 ein 2. Bindemäher. 12.2.1970 Generalversammlung. Die Bindemäher rentierten nicht mehr.

Es gab viel Arbeit für die Maschinengerneinschaft (wie sie in der Zwischenzeit umgenannt wurde). All die Wartungsarbeit, das Unterbringen der Maschinen und Geräte kostete scheinbar Geld und Nerven. Die MGS wurde immer grösser, es wird mit immer grösseren und Maschinen und Geldbeträgen gearbeitet. Die Maschinen haben sogenannte Maschinenhalter, die den Platz stellen und zuständig sind für Unterhalt und Vermietung.

Hornussergesellschaft Obfelden

Gründungsjahr 1969. Auch einige Dachlisser machen mit. Seit 1976 hat Dachlissen einen Platz, wo Wettkämpfe und Meisterschaften durchgeführt werden.

Sennereigenossenschaft Dachlissen/Toussen vor Bundesgericht

Zu einem Stützpunkte des gesellschaftlichen Zusammenhalts von Dachlissen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörten neben der Feuerwehr, Schützenverein und Hornusser auch die Sennereigenossenschaft Dachlissen/Toussen. Schon die Auszahlung des Milchgeldes jeden Monat in einer Wirtsstube inmitten anderer Gäste, verbunden jeweils mit einigen Jassrunden, gehörten zum Bestandteil des Dorflebens. Als dann die „Bürokraten“ der Sennerei die hygienische Erneuerung der „Hütte“ vorschrieben, suchten die Dachlisser einen Ausweg. Nur wenigen bevorzugten Bauern wurde damals die Milch mit Tankwagen abgeholt. Um dies auch in Dachlissen zu erreichen, anstatt für sehr viel Geld die alten Hüttenräumlichkeiten zu renovieren, kämpfte der Vorstand mit einem guten Juristen 3 ‚A Jahre von einer Instanz zur nächsten, zuletzt bis vor Bundesgericht. Nach dem negativen Entscheid hat uns ein gutgesinnter Bundesrichter in Lausanne persönlich einen gangbaren Weg aufgezeigt. So gelangte die Dachlisser Sennereigenossenschaft zu einer der ersten Hofabfuhren für alle Mitglieder und das nur 9 Monate nach der Abfuhr am Bundesgericht!

Zu erwähnen ist, dass damit für alle andern Milchbauern der Weg für die rationelle Hofabfuhr geöffnet wurde.

Frauenhöck Dachlissen

Seit Jahren beschäftigt sich unsere unternehmungslustige Erika Küng, die Dachlisser Frauen auf irgend eine Weise zusammenzubringen. Das Dörfli ist so klein und doch sieht man sich wenig. Erika hat gesucht, bei Familie Zurbrügg in der Schreinerei Platz gefunden und alle Dorffrauen auf den 28. November 1983 zum Kranzbinden eingeladen. Schon war der Frauenhöck geboren. Einmal im Monat treffen sich die Frauen im Winterhalbjahr. Was nicht alles unter kundiger Leitung von zugezogenen Fachfrauen entstanden ist! Das Kränzen bleibt die Novemberbeschäftigung. Auch die Kaffee- und Kuchenzeit gehört jedesmal dazu. Durch die Initiative von Annegreth und Erika entsteht der Dachlisser Zmorge. Jeder Teilnehmer nimmt seine Tasse, Teller und das Besteck selber mit. Für Kinder ist es jedesmal ein Fest. Das Kranzbinden findet bis heute statt. Die beiden Adventsfenster mit gemütlichem Beisammensein sind von den Dachlisserinnen und Dachlissern geschätzt.

Neuzuzüger im Dorf

Familie Hotz: Dachlissen 5. Wir haben das historische Haus 2012 gekauft und sind am Umbauen. Dachlissen gefällt uns. Es hat noch Platz. Unser Sohn ist im Moment der jüngste Einwohner im Dorf.

Familie Spindler: Dachlissen 94. 2009 hatten wir das Glück, ein älteres Haus kaufen zu können. Wir wurden hier gut aufgenommen und haben uns vom ersten Moment an zu Hause gefühlt. Da Dachlissen über keine OeV – Verbindung mit Mettmenstetten verfügt, orientierte sich unser Leben mit den kleinen Kindern eher Richtung Obfelden. Seit die Kinder schulpflichtig (und auch mobiler) sind, ist Mettmenstetten unser Zentrum. Was uns jetzt noch fehlt, ist ein durchgehender, sicherer Veloweg nach Mettmenstetten, welcher auch von den Kindern alleine gefahrlos befahren werden kann. Ansonsten haben wir alles, was wir brauchen und wir würden jederzeit wieder nach Dachlissen ziehen.

Frau Loosli: Dachlissen 6. 1989 habe ich das Bahnwärterhaus von der SBB gekauft und erlebte noch die Akustik der automatischen Barrieren. Im Barrierenhüsli ist noch die rote Fahne und die Anschlagtafel: „Heute verkehren:“. Die Streckenwärter benützen immer noch die Toilette. Ich bin auf einer Insel: die SBB, der Kanton und die Gemeinde sind meine nächsten Nachbarn. Ich fühle mich wohl in meinem Refugium und habe mein Lebensglück gefunden.

Familie Betschart: Dachlissen 28/30. Wir haben 2006 eines der ältesten Häuser gekauft. Wir fühlen uns wohl, aber auch etwas abgeschnitten, weil es keine Busverbindung gibt. Der Schulbus ist gut organisiert. Mit der unmittelbaren Nachbarschaft haben wir guten Kontakt, wir unterstützen uns gegenseitig.

Bruna und Familie Rüegsegger: Seit 3 Jahren dürfen wir uns mit Stolz als Dachlisser bezeichnen. Die Umstellung, aus der Stadt aufs Land zu ziehen, war am Anfang gross. Wir waren uns doch an öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten, Ausgang etc. unmittelbar neben unserem Zuhause gewöhnt. Das ist etwas, das uns hier manchmal fehlt. Auch für unsere Kinder später und deren Selbständigkeit sehen wir dies als Nachteil. Für uns war das Zug- und Busfahren früher alltäglich, für unsere Kinder ist dies ein Highlight. Auch der Zebrastreifen musste zuerst erklärt werden, weil es hier keinen hat. Über das neue Trottoir haben wir uns riesig gefreut, so können wir endlich zu Fuss nach Obfelden. Wir hoffen, dass es noch ein paar Familien in Dachlissen gibt, so dass unsere Kinder ein paar „Gspändlis“ bekommen. Die unzähligen Vorteile hier geniessen wir in vollen Zügen und sind dankbar, hier wohnen zu dürfen. Die Kinder dürfen in der „Natur“ aufwachsen. Das ist heutzutage eine Seltenheit. Zur Haustüre raus, direkt im Grünen sein und unendlich lange Spaziergänge geniessen, das ist für uns Lebensqualität. Von wo die Milch kommt, wissen unsere Kinder ganz genau I Das Grösste hier – diese Ruhe – unbezahlbar! Kollegen, die uns aus der Stadt besuchen, meinen immer in den Ferien zu sein. Auch die Gäste unserer Wellness- Oase schätzen und geniessen das abtauchen für ein paar Stunden bei uns auf dem Land. Hier können wir den Kindern ein wunderschönes Zuhause und ein grosses Stück Heimat bieten.

 

 

Broschüren in unserem Archiv

Geschichte und Geschichten  100 Jahre TVM 1874-1974    
 

M'stetten Geschichte und Geschichten von Hans Huber-Hegglin 1991

 100 Jahre TVM 1874-1974    
 Hans Huber-Hegglin 1991  Hans Huber-Hegglin 1974    
       

Kalender

Dorfkalender 2016

Dieser Kalender wurde anlässlich der 900-Jahrfeier Mettmenstetten durch die IG Dorfgeschichte erstellt und gegen eine kleine Gebühr an die Dorfbevölkerung abgegeben. 

Kalender_Maettmi red

Dorfkalender 1992

Dieser Kalender wurde im Zusammenhang mit dem mobilen Dorfmuseum 1991 durch den Dunschtigclub erstellt und gegen eine kleine Gebühr an die Dorfbevölkerung abgegeben. Bild anklicken um die einzelnen Monate zu sehen.

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