{"id":3781,"date":"2021-10-13T12:39:04","date_gmt":"2021-10-13T12:39:04","guid":{"rendered":"https:\/\/n.dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/?page_id=3781"},"modified":"2023-12-11T12:00:57","modified_gmt":"2023-12-11T12:00:57","slug":"herferswil-einst-und-jetzt-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-einst-und-jetzt-2\/","title":{"rendered":"Herferswil einst und jetzt"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\">\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil\/\"><strong>Herferswil Startseite<\/strong><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"\/index.php\/herferswil1873\/\">1873<\/a><\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-einst-und-jetzt-2\/\">Herferswil einst und jetzt<\/a><\/strong><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-einst-und-jetzt\/\"><strong> <\/strong><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-laedt-ein-2016\/\">Herferswil l\u00e4dt ein<\/a><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-einst-und-jetzt\/\"> 2016<\/a><a href=\"https:\/\/dorfgeschichte-mettmenstetten.ch\/index.php\/herferswil-einst-und-jetzt\/\"><br><\/a><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herferswil einst und jetzt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><sup>Karline Schneebeli, Herferswil (1855-1940)<\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich nun 82 Jahre in diesem D\u00f6rfchen gelebt habe und mir gottlob der Verstand geblieben ist, so kommt mir eine Sehnsucht nach den damaligen Zeiten. Nicht, dass ich es besser hatte als heute, aber die Leute waren trotz ihrer Armut zufriedener und fr\u00f6hlicher, sie konnten alle noch lachen und singen. Das kam wahrscheinlich daher, dass alle fast gleich arm oder reich waren. Damals hatten die Leute keine so grossen Ausgaben f\u00fcr Steuern, Bahn, Auto, Sport, Velo und andere kostbaren Vergn\u00fcgen. Besonders f\u00fcr die Jugend wurde nicht so viel geopfert. Da gab es keine so sch\u00f6nen Kleider. Bei vielen Kindern hing der Sonntagsrock am Werktagsrock, nur musste er am Samstag gewaschen werden, aber eben es hatten es fast alle gleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun will ich noch berichten aus was die damalige Bev\u00f6lkerung bestand, n\u00e4mlich aus 32 Seidenweberinnen bzw. Winderinnen sowie zwei Leinenweber. Im Buchstock war damals ein Tuchladen, da kamen die K\u00e4ufer von weit her. Es gab noch einen Rechen und Gabelmacher mit einem grossen Kundenkreis. Im Hause von Herrn Blickensdorfer (jetzt Tobler) arbeitete ein Glaser mit zwei S\u00f6hnen. Es waren noch zwei Zimmermannen und ein Schreiner. Auch waren drei K\u00fcfer. Schiffer war ein Meister f\u00fcr grosse F\u00e4sser. K\u00fcfer B\u00e4r, Tansen und K\u00fcbelwaren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals fuhr noch keine Eisenbahn vom Amt nach Z\u00fcrich, darum hatten sie einen grossen Zweir\u00e4derkarren, auf diesem transportierten sie jede Woche ein grosses Fuder solcher K\u00fcbelwaren \u00fcber den Albis nach Z\u00fcrich. Nur wenn das Wetter ganz schlecht war spannten sie eine Kuh vor bis auf den Albis. Der dritte K\u00fcfer hiess M\u00fcnch. Mein Vater und drei Br\u00fcder betrie\u00adben das Schneiderhandwerk. Auch hatten wir einen Metzger und in der Sennh\u00fctte wurde gek\u00e4st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der H\u00fcbschem wurde Getreide gemahlen und B\u00e4ckerei im Grossen betrieben. Dann war dazumal noch die S\u00e4ge und eine W\u00e4rchreibe f\u00fcr Hanf und Flachs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 60 er Jahren wurden noch Seidenraupen gez\u00fcchtet, was dann wegen dem rauen Klima nicht rentierte. Fast h\u00e4tte ich noch den Schuster vergessen, den man damals nicht entbehren konnte, weil es noch keine Schuhl\u00e4den gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch ein Wunder muss ich erz\u00e4hlen. Das jetzige Schulhaus wurde Ende der 1850er Jahre gebaut, die Barauslagen waren ca.7000 Fr., nat\u00fcrlich musste Fronarbeit geleistet werden. Vor etwa 15 Jahren hat die Reparatur das f\u00fcnffache gekostet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch zu erw\u00e4hnen ist, dass Herferswil einen M\u00e4nnerchor hatte, welcher an Gesangsfesten mitsang und nicht zu den letzten geh\u00f6rte betreff Leistung. Auch wurde nach Gesangstunde vielfach noch im Freien gesungen, was Jung und Alt erfreute. Heute h\u00f6rt man keinen Ton mehr singen ausser in Konzerten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aktualisiert: 09.12.13\/Hinnen&nbsp;<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herferswil einst und jetzt Karline Schneebeli, Herferswil (1855-1940) Da ich nun 82 Jahre in diesem D\u00f6rfchen gelebt habe und mir gottlob der Verstand geblieben ist, so kommt mir eine Sehnsucht nach den damaligen Zeiten. 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