Mettmenstetter erinnern sich
Aufzeichnungen Karl Funk 1816
Mein Grossvater, Heinrich Funk (1.12.1816), ebenso meine Grossmutter Anna Funk (16.2.1817), geb. Kleiner wurden geboren im Jahre 1817. Das Jahr vorher (1816) war ein sehr schlechtes Jahr sodem es u.a. in der Chronik heisst: «Um Mitte April begann regnerische, kalte Witterung, die den ganzen Sommer andauerte. Das Schmelzen der grossen Schneemassen mit fortwährendem Regen bewirkte allenthalben das Austreten der Flüsse und Bäche, schon Ende August gab es starken Reif. Die Trauben hatten im August noch nicht verblüht und erfroren den 22. Oktober. Die Getreide – Kartoffel und Heuernte war ebenso gering, so dass die Lebensmittelpreise eine enorme Höhe erreichten, 1/5 Hektoliter Kartoffeln kostete 7 Fr.»
1817 war ein Hungerjahr. Die Teuerung hat im Frühjahr den höchsten Stand erreicht und stieg rasch bis zum 6. Juni. Regierungen, Gesellschafen und Private taten ihr mögliches, die Not zu lindern, gleichwohl herrschte allenthalben grosses Elend.»
Nach Erzählungen meiner Grossmutter, wohnte sie als ledig in Nähe der Kirche, der Grossvater bei der Linde im Oberdorf.

Am 1. Mai 1846 kaufte er das alte Schulhaus, das bei, resp. südlich der Kirche stand für 251 Gulden zum Bau seines neuen Hauses.
Mit 19 Jahren wurde er Gemeindeschreiber, die Genehmigung durch den Bezirksrat – weil noch nicht volljährig – liegt jetzt noch vor.
Mit 9 ½ Jahren hat er auch die neu ins leben gerufene Amtsschule in Mettmenstetten besucht. Das Amt als Gemeindeschreiber bekleidete er bis zu seinem Tode, der leider schon im Alter von erst 39 Jahren unter Hinterlassung seiner Witwe und 3 kleinen Kindern erfolgte. Am 19. April 1856 wurde er beerdigt, wie es im damaligen Anzeiger u.a. stand: «unter grosser Teilnahme der Bevölkerung am Leichenbegräbnis. Er verdiente aber auch die Achtung, die er genoss. Streng und aufrichtig in seinen Handlungen, pünktliche Erfüllung seiner Berufspflichten, zurückgezogen und daher sich und den ihm übertragenen Beamtungen lebend, das war sein stetes Ziel. Infolge dieser Eigenschaften wurden ihm verschiedene Beamtungen zu teil, mehr als 20 Jahre bekleidete er die Stelle als Gemeinderatsschreiber, war in den Zünften Mettmenstetten und Hausen Kreisgerichtsschreiber, in seiner Gemeinde Friedensrichter und Schulpfleger und wurde vor 2 Jahren vom Kreis Mettmenstetten in den Grossen Rat gewählt. Als er sein Ende nahen sah, so ordnete er alle seine Geschäfte und besorgte selbst die Uebergabe, ein Beweis davon, dass er dem Tode ruhig ins Auge schauen durfte. Er schied im Alter von 39 Jahren, 4 Monaten und 20 Tagen. Ihm sei die Erde leicht!»
Der Grossmutter, die nun auf sich selbst angewiesen war, oblag die Erziehung der 3 kleinen Kinder auf dem damals noch sehr kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, sie starb im Alter von 85 Jahren am 31. Juli 1902.
Kinder von Heinrich Funk und der Anna geb. Kleiner:
Karl Funk, geb. 11. Januar 1848, getraut am 3. Mai 1875 mit Salomea, geb. Suter von Affoltern, geb. 9. März 1856.
Margaretha Funk, geb. 22. April 1850, getraut am 3. Mai 1875 mit Heinrich Vollenweider von Mettmenstetten.
Heinrich Funk, geb. 31. August 1853, gest. 27.6.1920.
